Liebeserklärung an Altenkessel

Altenkessel. In seinem Haus im Herzen Altenkessels, das er gerne "unsere Bergmannsvilla" nennt, fühlt sich Ruheständler Ewald Klein richtig wohl. Vom Weinregal im Hobbykeller bis hin zum Gartenteich mit Bachlauf hat er hier vieles selbst gebaut und genießt das entstandene Idyll gemeinsam mit Ehefrau Jutta

Altenkessel. In seinem Haus im Herzen Altenkessels, das er gerne "unsere Bergmannsvilla" nennt, fühlt sich Ruheständler Ewald Klein richtig wohl. Vom Weinregal im Hobbykeller bis hin zum Gartenteich mit Bachlauf hat er hier vieles selbst gebaut und genießt das entstandene Idyll gemeinsam mit Ehefrau Jutta. Sein Hobby hat dem Altenkessler viele Meriten eingebracht, denn Klein schreibt gerne Gedichte. "Schon von Kindesbeinen an", berichtet er. Schon bei Schulfesten seien die Reime des heute 74-Jährigen bei Mitschülern und Lehrern beliebt gewesen. Später räumte er als Mundartdichter sämtliche Preise ab, die es in der Region zu gewinnen gibt. Besonders stolz ist Klein auf den Goldenen Schnabel vom Südwestdeutschen Rundfunk: "Diese Auszeichnung aus Massivgold habe ich 1995 bekommen", sagt er stolz. Seine wichtigsten Werke hat er in dem roten Büchlein "Bei uns dehemm" gesammelt, das bereits zum zweiten Mal aufgelegt wurde. Darin zu finden sind seine Liebeserklärung an Altenkessel mit dem Titel "Dehemm" und seine gereimten Erinnerungen an das große Grubenunglück von 1962. Auf das Geld, welches das Buch einbringt, ist er nicht angewiesen: In meinem 42-jährigen Arbeitsleben habe ich mir eine hübsche Betriebspension erarbeitet". So spendet er den Reinerlös an die Elterninitiative krebskranker Kinder. Angefangen hat er als Bergmann. Fünf Jahre war er Kohlehauer unter Tage, dann lernte Klein den Beruf des Industriekaufmanns und spezialisierte sich auf die Schwerpunkte Personal- und Sozialwesen. Dieser Beruf ermöglichte ihm, einige Zeit in der Bergwerksdirektion in Saarbrücken zu arbeiten.Als 1966 die erste Kohlekrise vor der Tür stand, wechselte Klein in die freie Wirtschaft. Zunächst baute er in Nennig ein Harnstoffwerk auf, das erfolgreich Düngemittel produzierte. Dann die Folienwerke Saar. Dort war er 22 Jahre lang Prokurist für das Personal- und Sozialwesen in der kaufmännischen Verwaltung. Auch für die Saarbrücker Zeitung war Klein tätig. Zunächst legte er während seiner zweiten Lehre nachts Tippzettel und Prospekte in die Zeitungen. Dann besann er sich auf sein Hobby, das Schreiben. Ab 1959 berichtete er rund 30 Jahre lang über seinen Stadtteil Altenkessel in der SZ. Blickt Klein zurück auf seine Karriere, so sagt er: "Ich bin stolz darauf, dass ich keine Gewerkschaft, keinen Onkel und keine Tante gebraucht habe, um das zu erreichen, denn ich war immer nur auf mich alleine gestellt."

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