Barockjuwel leuchtet im GrünenGeschäftsfrau Ilse Hübner setzt sich für Vielfalt des Handels ein

Barockjuwel leuchtet im GrünenGeschäftsfrau Ilse Hübner setzt sich für Vielfalt des Handels ein

Altenkessel. Täglich fahren Tausende auf der L 270 an einem Schmuckstück vorbei - und bemerken es kaum: Das historische Forsthaus am Pfaffenkopf, das vermutlich bereits 1727 erbaut wurde, liegt, so beschreibt es die Hausherrin Liz Lorenz-Wallacher, "mitten im ,Dreiländereck' zwischen Riegelsberg, Burbach und Altenkessel"

Altenkessel. Täglich fahren Tausende auf der L 270 an einem Schmuckstück vorbei - und bemerken es kaum: Das historische Forsthaus am Pfaffenkopf, das vermutlich bereits 1727 erbaut wurde, liegt, so beschreibt es die Hausherrin Liz Lorenz-Wallacher, "mitten im ,Dreiländereck' zwischen Riegelsberg, Burbach und Altenkessel". Das historische Forsthaus liegt an der Barockstraße Saar-Pfalz, die barocke Sehenswürdigkeiten im Saarland und der Westpfalz verbindet. Zunächst war das Gebäude ein "Thorhaus". Damals waren große Teile der Wälder fürs gemeine Volk gesperrt. Auch im Köllertaler Wald war den Untertanen ein Aufenthalt bei Strafe untersagt. Im 18. Jahrhundert wurde der Kernbereich des Waldes mit einem Gatter umgeben. An den Eingängen entstanden "Thorhäuser" wie das am Pfaffenkopf. Auch Baumeister Friedrich Joachim Stengel soll am Umbau beteiligt gewesen sein. 1815 übernahm die preußische Forstverwaltung das Haus, das bis 1972 Sitz der Revierförster war. Und zu Beginn der Industrialisierung suchte die städtische Bevölkerung Erholung im ländlichen Idyll. Während der Saargebietszeit diente das Forsthaus zwischen 1920 und 1935 als Ferienort für Kinder und als Ausflugsziel für Vereine wie die Caritas und den Saarwaldverein. Nachdem die Försterei das Haus 1972 aufgegeben hatte, nutzte es die Arbeiterwohlfahrt bis Ende der 1970er-Jahre für Erholungsangebote. 1983 übernahmen Diplom-ingenieur Jörn Wallacher und Diplom-Psychologin Liz Lorenz-Wallacher das Anwesen und ließen sowohl das Forsthaus als auch das einstige Schlafhaus für Waldarbeiter und das benachbarte Holzhauerhaus als Ensemble denkmalgerecht sanieren, so dass es heute wieder ein Schmuckstück der Barockstraße ist. Lorenz-Wallacher bietet dort Verhaltens- und Hypnotherapie sowie Kurse. Jörn Wallacher übers Leben im alten Haus: "Besonders die alten Leute erinnern sich an wunderschöne Ferientage hier oben. Noch heute erzählen sie uns davon." Das ganze Anwesen, also das alte Forsthaus, das Holzhauerhaus und das Waldarbeiter-Schlafhäuschen, stehe unter Denkmalschutz und werde von den darin wohnenden Familien erhalten. Jörn Wallacher: "Es gibt zwei Bauerngärten, eine Werkstatt für Wald- und Wiesenfloristik, einen Imker aus Altenkessel und Leute aus Heusweiler, die Pferde halten zur Pflege der Obstwiesen. Sie sehen, es ist ein schönes Leben hier oben. Und die Verbindung nach Altenkessel ist täglich gegeben." Altenkessel. "Die Menschen in Altenkessel sind nett und freundlich. Deshalb kann ich mir auch nicht vorstellen, meinen Laden aus Altenkessel zu verlegen", sagt Ilse Hübner, die Inhaberin des Brautmodengeschäfts. Nun kann jeder Kunde an der neuen Fußmatte sehen, wie gern Ilse Hübner in Altenkessel wohnt. Vor zwei Jahren eröffnete Hübner das Brautmodengeschäft in der Alleestraße. Länger schon besitzt sie ein Nagelstudio im Dorf. Das Brautmodengeschäft in Altenkessel zu eröffnen war von vornherein klar. "Ich wohne schon seit meiner Kindheit in Altenkessel", sagt die 58-Jährige. Ilse Hübner kämpft mit ihren Geschäften für die Vielfalt des Handels. "Ich will die Geschäftswelt in Altenkessel erhalten. Zudem macht es Spaß, in Altenkessel zu wohnen und zu arbeiten", sagt Hübner. ig

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