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Junge Riegelsberger lernten bei BUND-Workshop viel über die Wildbienen

Riegelsberg : Junge Riegelsberger lernten viel über den Wert der Wildbienen

Wildbienen sorgen dafür, dass wir jedes Jahr leckeres Obst ernten können. Jetzt erfuhren junge Riegelsberger, wie sie das Überleben der wertvollen Insekten sichern können.

Anlässlich des Weltbienentages luden der BUND-Saar (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und die BUND-Regionalgruppe Köllertal zu einem Wildbienenworkshop in die Riegelsberger Hahnwies ein.

Wegen der Corona-Vorschriften durfte aber nicht jeder teilnehmen, der dabei sein wollte. „Wir hatten viel, viel mehr Anmeldungen, als Plätze zur Verfügung stehen“, sagte Heike Sicurella, die Ehrenamtsbeauftragte des BUND-Saar. Nur 15 Kinder plus Eltern oder Großeltern waren zur Teilnahme zugelassen. Und allen machte es großen Spaß.

Peter Thomas, der Vorsitzende der BUND-Regionalgruppe Köllertal, hielt einen Vortrag, welche Wildbienenarten es bei uns gibt, was sie als Lebengrundlage brauchen und wie der Mensch ihnen helfen kann zu überleben. Denn viele der insgesamt 550 bei uns vorkommenden Wildbienenarten sind gefährdet. Monokulturen, der Einsatz von Pestiziden, Schottergärten oder englischer Rasen seien daran schuld.

Nach dem Vortrag zeigte Axel Haag von der BUND-Regionalgruppe Köllertal, wie man Nisthilfen bauen und im Garten, am Haus oder auf dem Balkon aufhängen kann. Die Kinder hatten große Lust auf diese handwerkliche Betätigung. Sie schnitten Bambushölzer zurecht, steckten sie in leere Konservendosen und durften die fertigen Nisthilfen anschließend mit nach Hause nehmen.

Die Nisthilfen aus dem Handel seien oft nicht geeignet, um den Wildbienen zu helfen, sagte Heike Sicurella. Oft bestünden diese Nisthilfen aus innen faserigen Hölzern, welche die zarten Flügel der Bienen schädigen. Außerdem lockten diese gekauften „Bienenhotels“ Fressfeinde an wie Ohrwürmer („Ohrenschleifer“) und Vögel, die die Röhren aufbrechen und die Bienenlarven fressen.

Nisthilfen sollten beim Aufhängen nach Südosten ausgerichtet werden, damit sie warm und trocken hängen, sagte Axel Haag. Peter Thomas betonte, dass es jedoch nicht ausreiche, „Bienenhotels“ aufzuhängen. „Man muss auch dafür sorgen, dass die Bienen einen Nahrungsraum finden.“ Also: statt Steingärten anzulegen, sollten Blumen gepflanzt werden. Je vielfältiger desto besser. Und man solle Pflanzen wählen, die zeitversetzt blühen, sagte Thomas. Er riet zu Küchenkräutern, Krokussen, Schneeglöckchen und Hyazinthen. Oder zu Obstbäumen und Beerensträuchern. „Denn ohne Wildbienen gibt es weniger Früchte“, sagte Thomas und verwies darauf, dass allein in Europa etwa 150 Nutzpflanzen von der Bestäubung durch Insekten abhängig sind – wobei Wildbienen einen wichtigen Teil dazu beitragen.

Wegen des großen Interesses an diesem ersten Workshop kündigte Heike Sicurella eine Neuauflage an: „Wir werden im Sommer noch einmal solch eine Veranstaltung machen.“ Dann hoffentlich ohne Coronaeinschränkungen, damit wirklich alle, die wollen, dabei sein können.