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Kindertraum soll bald wahr werden

Im Rahmen des Tages der offenen Tür halten Kinder aus Fischbach-Göttelborn die kongolesische Flagge. Hinten von links: Markus Jung (Schulelternsprecher Fischbach), Nina Forler, Daniela Mohr und Dr. Harald Cronauer (DHC-Stiftung), Reimund Horn (Schulelternsprecher Göttelborn) und Schulleiterin Margret Frank. Foto: Iris Maurer
Im Rahmen des Tages der offenen Tür halten Kinder aus Fischbach-Göttelborn die kongolesische Flagge. Hinten von links: Markus Jung (Schulelternsprecher Fischbach), Nina Forler, Daniela Mohr und Dr. Harald Cronauer (DHC-Stiftung), Reimund Horn (Schulelternsprecher Göttelborn) und Schulleiterin Margret Frank. Foto: Iris Maurer FOTO: Iris Maurer
Quierschied. Um die Bildungs- und damit die Lebensbedingungen in Schwarzafrika verbessern zu helfen, engagieren sich Schüler und Lehrer aus Quierschied für den Kongo. Sie werden unterstützt von der DHC-Stiftung. Julia Indenbaum

Heftige Naturereignisse oder brutale Gewalt sowie die drückende Armut des Landes verwandeln das Leben der rund 2000 Kinder der größten Schule im Osten der Demokratischen Republik Kongo in einen wahrgewordenen Albtraum. Doch trotz der tieftraurigen Rahmenbedingungen sehen die jungen Schüler aus Goma endlich einen Hoffnungsschimmer: Eine Kooperation mit der Grundschule Fischbach-Göttelborn soll in Zukunft helfen, ihre Ausbildung zu sichern.


"In Goma ist die Schulausbildung nach dem französischen System aufgebaut", erklärt Rektorin Margaret Frank. Seit Frühjahr engagiert sich die motivierte Pädagogin aus Quierschied zusammen mit Dr. Harald Cronauer von der DHC-Stiftung (Dir Hilft Christus) für die Zukunft der jungen Menschen. "Deswegen wechseln die Schüler , nachdem sie die École primaire beendet haben, auch ans Collège", berichtet die Schulleiterin weiter. Momentan betrifft dieser Wechsel rund 12 Schüler . Ihre Zukunft sei bis jetzt noch ungewiss. "Und genau hier wollen wir auch eingreifen", erzählt Frank strahlend weiter. Denn die Weiterbildung der Kinder kostet Geld: 200 Euro brauchen die Schüler , um sich ein Leben jenseits der Armut zu ermöglichen. "Doch dafür können die Eltern leider aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage nicht aufkommen", fügt die engagierte Grundschul-Rektorin Frank hinzu. "Deswegen gehen wir auch diese Kooperation ein. Wir möchten diesen Kindern helfen."

Den Auftakt zur Kooperation machte die Schule dieser Tage. Im Rahmen des Tages der offenen Tür stellten die Verantwortlichen ihre Idee den Eltern und Freunden erstmals vor. "Anschließend, also am 20. Juli, wird diese Partnerschaft besiegelt", fasst Frank zusammen. "Dafür erwarten wir auch den Schulleiter aus Goma, Pater Dr. Floribert Malemo. Dann gehen wir auch gezielt auf die möglichen Projekte dieser Kooperation ein."



Mit dieser zukunftsträchtigen Entscheidung setzt die Grundschule Fischbach-Göttelborn im Kampf gegen die Bildungsarmut auch ein Zeichen gegen die politische Ausrichtung des Landes in Schwarzafrika. "Der Staat ist nicht daran interessiert, dass Kinder und Jugendliche überhaupt lesen und schreiben lernen", klagt Pater Dr. Floribert Malemo in einem Brief an die Schule die Situation im Kongo an. "Die Elite sieht in Bildung nicht selten eine Gefahr für ihren Machtstatus. Wenn die Menschen ungebildet bleiben, kann man sie einfacher unterdrücken. Eine Besserung der Situation der Menschen wird nur durch eine gute Ausbildung der Kinder und Jugendlichen möglich sein."

Aber nicht nur das, auch die 134 deutschen Grundschüler profitieren von der Kooperation mit den französischsprachigen Kindern aus dem Kongo. Neben der Sensibilisierung für die Konflikte und ihre Folgen soll auch eine angedachte Brieffreundschaft helfen, die Sprachkenntnisse der jungen Schüler aufzubessern und zu vertiefen. "Wir freuen uns schon sehr auf die Kooperation", zieht die Schulleiterin Bilanz. Dennoch ist es kein Muss. "Die Spenden sind natürlich auf freiwilliger Basis", macht Frank deutlich. "Aber wir freuen uns über jeden Helfer."