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Öko- und Regionalmarkt
Die Delikatessen hatten es nicht weit

Am Stand von Stefan Arnstadt inspizierte Axel Kerber die dort erhältlichen Kuchen und Brote.
Am Stand von Stefan Arnstadt inspizierte Axel Kerber die dort erhältlichen Kuchen und Brote. FOTO: Thomas Seeber
Quierschied. Der Öko- und Regionalmarkt in der Quierschieder Jahnturnhalle war ein echter Besuchermagnet.

Die Kräuterfee öffnet das kleine Glas, und ein angenehmer Geruch breitet sich aus. „Das ist alles noch handgemacht“, sagt Petra Sämann und erklärt, wie sie das Bärlauchsalz herstellt. Sie pflückt die Pflanze, häckselt sie in einem Smoothie-Macher und vermischt sie mit heimischem Steinsalz. Vor wenigen Tagen erst abgefüllt, verkäufte sie es am Sonntag in der Jahnturnhalle. Dorthin hatte die Frauen Union (FU) Quierschied zum Öko- und Regionalmarkt unter dem Motto „Besser leben ohne Plastik“ eingeladen.


Es herrscht reger Betrieb; wohl auch, weil die ehemalige Ministerpräsidentin und jetzige Generalsekretärin der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, mittags zu Besuch ist. Sie sei nicht extra aus Berlin in die Heimat gekommen, wie sie am Rande der Veranstaltung erzählt, sondern ohnehin am Wochenende hier gewesen. Dass trotz des schönen Wetters so viele zum Markt kommen, zeuge vom guten Gespür der Frauen Union. „Es zeigt, dass sowohl Aussteller als auch Veranstalter Interesse an dem Thema haben“, sagte Kramp-Karrenbauer. Sie versucht übrigens, auf Plastik zu verzichten, „so gut es eben geht“. Das sei nicht immer einfach, weil es schlicht noch zu viel davon gebe.

Dass es auch ganz anders geht, zeigen die 24 Aussteller. So bietet die Kräuterfee Petra Sämann neben ihrem selbst hergestellten Salz im Glas auch noch einen Zeckenschutz aus ätherischen Ölen oder einen Lippenpflegebalsam an. Ralf Meisel stellt Türgriffe, Weinflaschenverschlüsse oder Pizzaschneider aus Holz aus. Intersport Stiwi aus Illingen führt E-Bikes vor, Mitarbeiter des Autohauses Jost und Pilger aus Altenwald präsentieren Fahrzeuge, die ebenfalls mit Strom fahren.



Einen Weg, den Verpackungsmüll einzudämmen, zeigt Sebastian Bauer vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit der Aktion „Becherheld“. Dabei wendet man sich, ganz kurz erklärt, an Liebhaber von Heißgetränken wie Kaffee, die man ja gerne schnell mal irgendwo kauft und die es so gut wie immer in Einwegbechern gibt. Als Lockmittel, weniger Müll zu fabrizieren, dient ein „symbolischer Rabatt von zehn Cent“, wie Bauer erklärt. Wer mit seiner eigenen Tasse oder einem anderen eigenen Gefäß „Coffee to go“ kauft, erhält diese „kleine Unterstützung“.

Auf der Internetpräsenz des Ministeriums sind diese „Becherheld-Tankstellen“ aufgelistet. Auch im Sulzbach-/Fischbachtal sind einige Partner wie Bäckereien oder Schnellrestaurants dabei.

Sehr erfreut über die vielen Besucher des Marktes ist Andrea Seibert. Die Vorsitzende der Frauen Union Quierschied ist sichtlich bewegt über die „Prominenz aus Berlin“, wie sie es ausdrückt, und ringt kurz um Fassung.

Es ist nach einer mehrjährigen Pause die dritte Ausgabe des Öko- und Regionalmarktes. „Wir wollten das Thema neu aufleben lassen“, erklärt sie die Beweggründe für die gut frequentierte Neuauflage. Man werde versuchen, die Veranstaltung in zwei, drei Jahren erneut auf die Beine zu stellen.

Schirmherrin ist Anja Wagner-Scheid, die FU-Landesvorsitzende. Auch sie macht sich ein Bild von den vielen Angeboten an den Ständen in und außerhalb der Jahnturnhalle. Sie schaut nach den frischen Kuchen eines Bäckers aus der Region und dem Bio-Bier aus Walsheim, lauscht dem Vortrag von Ernährungsberaterin Steffi Schneider und schaut sich das Angebot des Saarbrücker „Unverpackt“-Ladens an, wo Kunden sich die Ware in mitgebrachte Dosen, Gläser und Papiertüten abfüllen lasse können.

Dort war sie auch bereits einkaufen. „Es sind Dinge, die gerade für kleine Familien interessant sind“, meinte sie.