Lachen für den guten Zweck

Heusweiler. Je oller, desto doller. Das Homburger Frauenkabarett wird immer besser. Kein Wunder, dass das quirlige Quintett stets für ausverkaufte Säle sorgt - wie am Wochenende in der Heusweiler Kulturhalle. Die war beim neuen Programm "Lauter Einzelschicksale" zweimal gerammelt voll. Zweieinhalb Stunden dauerte die rasante Revue

Heusweiler. Je oller, desto doller. Das Homburger Frauenkabarett wird immer besser. Kein Wunder, dass das quirlige Quintett stets für ausverkaufte Säle sorgt - wie am Wochenende in der Heusweiler Kulturhalle. Die war beim neuen Programm "Lauter Einzelschicksale" zweimal gerammelt voll.Zweieinhalb Stunden dauerte die rasante Revue. 19 Nummern vor der Pause und 19 Nummern danach brachten Ursula Pfeiffer-Anslinger, Birgit Schöndorf, Gisela Walter, Silke Müller und Heidi Hennen auf die Bühne. Die Mischung war wild, verquer, politisch, ironisch und lustig. Alle Texte waren Marke Eigenbau. Selbst erfunden und frei gereimt. Von den Hausfrauen Hedwig und Gerda, die im Übergangs-Kostümchen gegen Berlin zu Merkel und dem Seeräuber zogen, bis zu den singenden Diven ganz in Gold reichte die weibliche Skala. Politikerinnen diverser Couleurs wurden hinreißend parodiert, und in herrischen Hosenrollen zeigte das Quintett, wo es bei so manchem Mann lang geht.

Die Kabarettistinnen präsentierten sich auch als wahre Sprachakrobatinnen. Sie schlenkerten dem Publikum die Fremdwörter nur so um die Ohren, drehten und verdrehten alles so gekonnt, dass man nur noch staunen, lachen und applaudieren konnte.

Jeder Auftritt war anders verpackt: Szenen aus dem Alltag, Fernsehshow, Rigorosum, Vorlesung fürs Volk, - wo holen die nur immer ihre Ideen her?

Beim "Senioren-Vortrag" zerrte die Dozentin eine praktische ausklappbare Taschen-DNA hervor und bewies die Theorie der Genetik-Linguistik-Symbiose. Man nehme nur den Bereich Politik: Da hat der Bundeskanzler das Sa-Gen und die Opposition das Dage-Gen. Lü-Gen, Betrü-Gen, Scheidun-Gen und diverse anderen Gene zeigen sich auch im den privaten Bereich.

Im Slapstick-Stil durcheilten sie die Welt der weiblichen Kommissare. Von Miss Marple bis Lena O. lösten sie Fälle im Vierzeiler-Takt. Fragen keck: "Wer war's gewähn?", bei der Leiche in der Seine. Machen kurz die "Obdüktion", schon haben sie den Metzger-Sohn.

Zudem war das Lachen an den beiden Abenden für einen guten Zweck: Den Erlös aus Spenden und dem Verkauf der 600 Eintrittskarten spendeten die Organisatoren, die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Heusweiler (ASF), an die Awo-Saarland-Stiftung. Die Stiftung wurde 2009 auf Initiative von Paul Quirin, Awo-Landesvorsitzender und ehemaliger Heusweiler Bürgermeister, ins Leben gerufen. Sie kümmert sich um Menschen in Notsituationen.

Förderschwerpunkte sind Schlafstellen für Obdachlose, Frauenhäuser, Kinderarmut. In Saarbrücken wird auch täglich ein warmes Essen verteilt. Den symbolischen Scheck übergab die ASF-Vorsitzende Anita Fritz an Paul Quirin.

awo-saarland-stiftung.de

homburgerfrauenkabarett.de

Foto: Andreas Engel