Fahren unter Strom

Püttlingen. Erste Erkenntnis: Das Mia-Mobil ist klein, bietet aber mehr Beinfreiheit als ein Flieger der Touri-Klasse. Das liegt daran, dass es vorn nur einen Fahrersitz gibt, und das genau in der Mitte. Das ermöglicht zwei erwachsenen Beifahrern, selbst langen, ihre Beine bequem am Fahrer vorbei nach vorne auszustrecken, obwohl das ganze Gefährt lediglich 2,87 Meter lang ist

Püttlingen. Erste Erkenntnis: Das Mia-Mobil ist klein, bietet aber mehr Beinfreiheit als ein Flieger der Touri-Klasse. Das liegt daran, dass es vorn nur einen Fahrersitz gibt, und das genau in der Mitte. Das ermöglicht zwei erwachsenen Beifahrern, selbst langen, ihre Beine bequem am Fahrer vorbei nach vorne auszustrecken, obwohl das ganze Gefährt lediglich 2,87 Meter lang ist. Auf dem mittleren Beifahrersitz findet dazu noch ein Kind Platz, im Kofferraum mindestens drei Kisten Bier. Den Motor hört man nicht. Einfach den Fahrtrichtungswählschalter drücken, schon setzt sich die Mia beeindruckend leise in Bewegung. Mit einem Ladevorgang kommt der Fahrzeugbesitzer bis zu 125 Kilometer weit, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. In diesem Fall wird künftig der städtische Ordnungsdienst von Püttlingen das Elektroauto benutzen. Für die Kollegen vom Bauhof schafft die Stadt auch ein neues Fahrzeug an, einen Goupil-Kleinlaster, ebenfalls mit Akku-Antrieb.Den Hintergrund erläutert Hans-Günter Kramp, Leiter des Fachbereichs Finanzen der Stadt Püttlingen: "Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung hat der Stadtrat beschlossen, bis 2015 jährlich 200 000 Euro für energetische Maßnahmen einzusetzen." Dazu zählen, so Kämmerer Kramp, Gebäudesanierungen, aber auch die Umstellung - "wo möglich und sinnvoll" - des städtischen Fuhrparks auf E-Fahrzeuge. Deren Betriebskosten seien, im Vergleich zum Benziner oder Diesel, extrem niedrig: "Pro gefahrene 1000 Kilometer kostet Sie der Mia zwischen 17 und 19 Euro, je nach Strompreis", sagt Robert Gummelt, der das E-Mobil vertreibt.

Das saarländische Unternehmen Hager stellt der Stadt zwei Elektro-Zapfsäulen zur Verfügung, eine für Köllerbach, eine für Püttlingen. Dort können die städtischen Mitarbeiter nicht nur ihren Mia oder Goupil betanken, sondern im Prinzip auch jeder Bürger, der ein E-Fahrzeug besitzt - zum "Nulltarif", wie Kämmerer Kramp betont, zumal es dafür noch kein Abrechnungssystem gebe.

Ab 20 000 Euro können sich mittlerweile auch Privatleute ein solches E-Mobil zulegen. Sie sind steuerbefreit und kosten in der Vollkasko-Haftpflicht lediglich 18 Euro pro Monat. In drei, beim Mini-Lkw in sechs Stunden, ist der Akku wieder voll. Kramp: "Auf Dauer versprechen wir uns vom Einsatz der E-Fahrzeuge nicht nur eine deutliche Kostenersparnis, sondern auch eine Reduzierung der CO 2-Emmissionen und eine höhere Akzeptanz alternativer Antriebsquellen."

Auf dem Marktplatz wurden am Freitag auch E-Roller, hochmoderne E-Bikes sowie Elektroladesäulen vorgestellt, zudem der sündhaft teure Tesla Elektro-Sportwagen, der, so hieß es augenzwinkernd, sicher nicht das neue Dienstfahrzeug des Bürgermeisters werde.