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Kein Westfalen-Dorf mehr in Eiweiler

Kein Westfalen-Dorf mehr in Eiweiler

Eiweiler. Wie kommt es, dass Männer aus Ostwestfalen ein ganzes "Dorf" bei Eiweiler errichten und besiedeln? Das Unternehmen Depenbrock aus Stenwede hatte hier im Auftrag der Stadtbahn Saar GmbH am Bau der Saarbahn-Trasse zwischen Heusweiler und Eiweiler gearbeitet. Seit November 2010 hatten die Männer von Depenbrock den Kanal entlang der Trasse verlegt

Eiweiler. Wie kommt es, dass Männer aus Ostwestfalen ein ganzes "Dorf" bei Eiweiler errichten und besiedeln? Das Unternehmen Depenbrock aus Stenwede hatte hier im Auftrag der Stadtbahn Saar GmbH am Bau der Saarbahn-Trasse zwischen Heusweiler und Eiweiler gearbeitet.Seit November 2010 hatten die Männer von Depenbrock den Kanal entlang der Trasse verlegt. Zudem haben sie den alten Bahndamm aus den Zeiten der Köllertalbahn, auf dem künftig die Saarbahn fahren wird, im Bereich Winterscheidtstraße und an der Mühle in Eiweiler verbreitert. Zwischen letzterer Straße und dem Haltepunkt Eiweiler Süd musste der Bahndamm auch gegen Wegrutschen gesichert werden, indem zur Stabilisierung sogenannte Geogitter in den Untergrund eingearbeitet wurden.

Weitere Schwerpunkte waren der Bau der Haltepunkte "In der Hommersbach", "Kirschhof" und "Auf der Werth" sowie das Anbringen von Geländern. Dagegen wurde der Bau einer Betonstützwand in der Winterscheidtstraße von den westfälischen Baufachleuten an die Heusweiler Bauunternehmung Collet weitergegeben.

Der komplette Auftrag bewegt sich laut Stadtbahn-Planungsingenieur Daniel Bürtel in einem Volumen von fünf Millionen Euro. "Bei der Bauabnahme haben wir nur kleinere Mängel festgestellt, die aber umgehend beseitigt wurden. Depenbrock hat zu unserer Zufriedenheit gearbeitet", schildert Bürtel. Depenbrock-Bauleiter Koeppe stuft in seinem Rückblick den Auftrag als Herausforderung ein, wenn er feststellt: "Das Ganze war keine Routinesache, da wegen der Lage des Bahndamms ein Begegnungsverkehr von Baustellenfahrzeugen entlang der Trasse nur bedingt möglich war. Die Arbeitsabläufe mussten nacheinander ausgeführt werden."

Schwierig habe sich auch der Kanalbau im Bereich des Haltepunktes "In der Hommersbach" gestaltet, denn dort stieß man auf Fels, der Stück für Stück beseitigt werden musste; Koeppe im Rückblick: "Wir sind stolz auf unsere Arbeit. Unsere Mitarbeiter mussten besonders bei der Herstellung der geogitterbewehrten Erde ein hohes Maß an handwerklichem Geschick aufbringen."

Koeppe und Polier Andreas Kiehne erinnern sich auch gerne an die Einladung durch die Kirschhofer Dorfgemeinschaft zu einem typisch saarländischen Schwenkerfest - eine Gastfreundschaft, die bei allen Kollegen einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe.

Der Bauleiter bedankt sich zudem ausdrücklich bei den Kirschhofern dafür, dass sie ein wachsames Auge auf das Baulager gerichtet hatten - es war in der ganzen Zeit zu keinen Diebstählen gekommen.

Mitte der Woche fällt für Depenbrock endgültig der Hammer in Eiweiler. Bis dahin sollen keine Spuren eines Baulagers mehr auf der Wiese zu sehen sein. Die Männer aus Ostwestfalen werden dann samt ihren Maschinen und Containern zu anderen Baustellen irgendwo in Deutschland unterwegs sein - diesmal vielleicht ein weniger näher an ihrer Heimat dran. Beim Wochenendtrip von Eiweiler nach Hause mussten sie immerhin 482 Kilometer zurücklegen.