In Püttlingen geht’s mit dem Teufel zu, im neuen Stück der Volksbühne

So ein Theater : In Püttlingen geht’s mit dem Teufel zu

Die Neue Volksbühne zeigt „Lucifer“, eine Komödie um eine teuflische Wette mit Engeln. Am Freitag ist Premiere.

Ganz schön laut erhebt Klaus Kosok seine Stimme und brüllt seinen Text als Guntram Heidmann im neusten Stück der Neuen Volksbühne Püttlingen von der Bühne in den Saal. „Warum schreist du denn so?“, fragt daraufhin aus dem Off eine Männerstimme. „Weil Bettina mir ein Schild hochgehalten hat, ich soll lauter sprechen“, schreit Kosok und muss lachen.

Auch Bettina Michels, Spielleiterin bei der aktuellen Produktion, kann sich das Lachen nicht verkneifen. Die kleine Improvisation, die Kosok hinlegt, lockert die Probe der Theater-Truppe auf, dann sammeln sich die Schauspieler, und weiter geht’s im Text. Davon hat vor allem Heinrich Heinz mit seiner „teuflischen“ Bühnenfigur mehr als reichlich. Denn sehr text­intensiv kommt die Rolle des „Lucifer“ im gleichnamigen Stück von Pascal Eckermann daher. Die Proben laufen auf Hochtouren, gerade ist das Wochenende mit den tagesfüllenden Kompaktproben und dem ersten Durchlauf vorbei. „Das gibt den Akteuren immer eine große Motivation“, weiß Michels aus Erfahrung. Die Texte sitzen, die Akteure kennen ihre Stichworte, die Einsätze kommen prompt.

Bettina Michels’ Mann Godeke Michels hat am Tisch gleich neben seiner Frau Platz genommen. Er ist diesmal für die Beschallung zuständig. „Wir kommen in diesem Jahr mit einem Stück daher, das unser Publikum so noch nicht erlebt hat“, verrät die Spielleiterin. Gleich ein ganzes Dutzend an Akteuren sorgt auf der Bühne für rasante und zudem teuflische Unterhaltung. Schon der Probenbesuch zeigt: Es wird laut und schrill auf der Bühne, zahlreiche Licht- und Toneffekte werden das Publikum überraschen.

Viele der Mimen stehen schon seit etlichen Jahren auf der Bühne, andere geben ihr Debüt. So wie Christian Deutsch, der als Famulus Fidus dem Teufel zur Seite steht und mit seiner Stimme eine der großen Überraschungen sein wird.

Hatte Vorsitzender Detlef Stockart noch vor wenigen Jahren einen dringenden Aufruf an die Männer gestartet, so konnte Bettina Michels bei der Rollenbesetzung in diesem Jahr auf zahlreiche männliche Akteure zurückgreifen. Neben Kosok und Stockart, der als Heribert Grimme den Vorsitzenden der Jäger gibt, sorgt Fußballtrainer Dieter Vogel alias Rüdiger Penk für mächtig Tumult auf der Bühne. „Das ist gar nicht so einfach, wie es aussieht. Aber meine Männer machen das richtig gut“, lobt Michels.

Es geht um eine Wette zwischen Teufel und Engel, die sich um drei „Vorsitzende“ dreht, die sich eine Förderung von Bürgermeister Johann Armbrecht (Manfred Weinkauff) erhoffen, und um Armbrechts Tochter Emma.

Mit viel schauspielerischem Talent überzeugen dabei auch die Damen. Petra Linnenberger glänzt als senile Oma, und die polnische Haushälterin Jozefina ist eine Paraderolle für Christina Bschor. Wer am Ende des gut zweieinhalbstündigen Stückes die Wette gewinnt, wird erst in der Püttlinger Stadthalle verraten. Erst probte das Ensemble auf der Ritterstraße, in der Woche vor der Premiere, so Michels, ist bei allen, die auf und hinter der Bühne im Einsatz sind, die Stadthalle für viele Stunden das Zuhause.

www.volksbuehnepuettlingen.de

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