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20 Jahre Patenschaft mit Missionsstation in Malawi

20 Jahre Patenschaft mit Missionsstation in Malawi

Köllerbach. Der Missionsfreundeskreis Herz Jesu Köllerbach unterhält nun seit genau 20 Jahren eine Patenschaft mit Malawi, genauer gesagt: mit Ganya, einem kleinen Ort mit Missionsstation in dem südwestafrikanischen Staat

Köllerbach. Der Missionsfreundeskreis Herz Jesu Köllerbach unterhält nun seit genau 20 Jahren eine Patenschaft mit Malawi, genauer gesagt: mit Ganya, einem kleinen Ort mit Missionsstation in dem südwestafrikanischen Staat. 1990 hatte man begonnen, sich nach neuen Betätigungsfeldern umzusehen und hatte sich schließlich für eine Patenschaft unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" mit Ganya entschieden. Die im Busch gelegene Missionsstation war 1969 von zwei holländischen Priestern gegründet und betreut worden, 1971 war sie von Karmeliterinnen aus Luxemburg übernommen worden."Die Schwestern betreiben hier eine ambulante und stationäre Kranken- und Entbindungsstation, eine Beratungsstelle für schwangere Frauen und stillende Mütter sowie Kindervorsorge bis zum fünften Lebensjahr", schildert Anneliese Berwanger, Vorsitzende der Missionsfreunde.

Gefördert wurde zunächst eine Näh- und Haushaltungsschule. Ferner wollte man sich an Brunnenbauprojekten beteiligen, um die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. "Die Menschen, die in solch abgelegenen Buschdörfern wie Ganya leben, sind auf das verschmutzte Wasser aus Flüssen und Wasserlöchern angewiesen. Ganya ist bis heute ohne Stromversorgung. Einiges kann inzwischen über Solaranlagen abgedeckt werden. Nach 20 Jahren Hilfe durch unseren Verein, verfügt jetzt jedes Dorf über einen Brunnen und hat dadurch endlich auch sauberes Wasser", lautet das Resümee der Vorsitzenden.

1995 beteiligte man sich am Kauf eines Krankenwagens, dem ersten Auto der Station. Die Jahrtausendwende sei dann gekennzeichnet gewesen durch Dürre- und Hitzeperioden, "die große Hungersnöte zur Folge hatten, so dass die Frauen gezwungen waren, bis weit in den Busch hinein nach Essbarem zu suchen. Damals beschlossen die Schwestern, die Haushaltungsschule aufzugeben und einen Kindergarten zu eröffnen, um Kinder zu unterstützen und ihnen täglich eine warme Mahlzeit anzubieten".

Kindergarten eröffnet

2002 wurde dann der Kindergarten eröffnet, und seither wird von den Missionsfreunden auch jedes Jahr eine Medikamenten-Lieferung finanziert. 2004 wurden Geräte für den Spielplatz gekauft, per Schiff nach Afrika versandt und von zwei Mitgliedern des THW Völklingen/Püttlingen vor Ort montiert. Das kleine Health Center (Buschkrankenstation) konnte 2005 ausgebaut werden. Ein kleines Labor wurde errichtet und mit medizinischen Geräten ausgestattet, "jetzt sind die Schwestern in der Lage, kleinere Laboruntersuchungen selbst auszuführen. Waren bis 2002 nur zwei Schwestern in der Klinik tätig, so sind es jetzt - dank der Medikamentenlieferungen - sechs Schwestern und ein angehender Arzt."

Für Angestellte aus weit entlegenen Gegenden musste Wohnraum geschaffen werden. Es wurde auch ein Brunnen gebohrt und eine Solaranlage finanziert. Einigen Kindern und Jugendlichen wird zudem der Schulbesuch oder eine Ausbildung ermöglicht. Insgesamt konnte der Verein sechs Stipendien vergeben. mr

Auf einen Blick

Zum 20-jährigen Bestehen der Patenschaft mit Ganya zeigt der Missionsfreundeskreis Herz Jesu Köllerbach bei Kaffee und Kuchen Fotos von seiner malawischen Patenstation, auch Bilder malawischer Künstler können dabei erworben werden. Der Temin ist am kommenden Sonntag, 14. Oktober, von 14 bis 18 Uhr im ehemaligen Schwesternhaus in der Sprenger Straße. red