Prozession von der Kapelle

Köllerbach. Am 20. Oktober ist in der katholischen Kirche der Wendalinustag. Aus diesem Anlass gibt es an diesem Tag, einem Samstag, ein Festhochamt in der Wendalinuskapelle in Köllerbach-Etzenhofen, das um 10 Uhr beginnt. Im Anschluss an die Messe führt eine Prozession zum Kelterhaus, wo der Kapellenverein nach alter Tradition ein gemütliches Beisammensein ausrichtet

Köllerbach. Am 20. Oktober ist in der katholischen Kirche der Wendalinustag. Aus diesem Anlass gibt es an diesem Tag, einem Samstag, ein Festhochamt in der Wendalinuskapelle in Köllerbach-Etzenhofen, das um 10 Uhr beginnt. Im Anschluss an die Messe führt eine Prozession zum Kelterhaus, wo der Kapellenverein nach alter Tradition ein gemütliches Beisammensein ausrichtet. Der Reinerlös dieser Veranstaltung kommt dem Kapellenverein zugute, der sich der Pflege und dem Erhalt der Kapelle verschrieben hat.Wendelin, auch Wendalin oder Wendalinus genannt, soll um das Jahr 550 in Schottland geboren worden sein, gestorben ist er vermutlich im Jahr 617 in Tholey. Der Heilige Wendelin gilt als Schutzpatron der Hirten, Bauern, Tagelöhner und Landarbeiter. So lautet eine Bauernregel für den 20. Oktober: "Sankt Wendelin, verlass uns nie, schirm unsern Stall, schütz unser Vieh."

Verschiedene Legenden ranken sich um Wendelin. So wird er auch mit der heiligen Oranna in Verbindung gebracht, deren Bruder er gewesen sein soll. Auch soll er der Gründer und erste Abt der Abtei Tholey gewesen sein, oder er soll in der Nähe in einer Einsiedelei gelebt haben, die Mönche des Klosters hätten ihn dann gebeten, ihr neuer Abt zu werden.

Der Kapellenverein war vor zwei Jahren gegründet worden. Schon zur Gründungsversammlung waren knapp 80 Frauen und Männer gekommen, um dem Verein beizutreten, dessen Ziel der Erhalt der Kapelle ist.

Nach der Rinderpest gebaut

Die Wendalinuskapelle wurde zwischen 1867 und 1873 von Bauern zu Ehren Wendelins errichtet, da er die gefürchtete Rinderpest vom Ort abgewendet habe. 1867 war mit dem Bau unter Beteiligung vieler Dorfbewohner begonnen worden. Der Krieg 1870/71 unterbrach dann die Arbeiten. Als die überlebenden Männer aus dem Krieg zurückgekehrt waren, wurden die Arbeiten abgeschlossen, und die Kapelle wurde 1873 vom damaligen Pastor Johann Matthias Porten eingeweiht. mr

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