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Was für ein Winter: mild und dennoch schneereich

Wetter-Kapriolen. Im Gegensatz zu seinem extrem milden Vorgänger war dieser Winter um 2,3 Grad kälter, dennoch fiel er bei einem Temperaturmittel von 1,9 Grad um 0,7 Grad milder als im langjährigen Durchschnitt aus. Mit einer Niederschlagssumme von 257 Liter auf den Quadratmeter wurde das Soll um einige Liter überschritten. Jörg Hoffmann

In jedem Wintermonat traten etwa zu einem Drittel Tage mit einer Schneedecke auf, und obwohl der Winter zu mild war, zeigte er sich sehr schneereich und kam schließlich so zu 31 Schneedeckentagen - 13 mehr als üblich.

Immerhin betrug die Neuschneesumme 67 Zentimeter bei einer maximalen Schneehöhe von 19 Zentimeter in Eiweiler. Das Saarland war überdies das absolut trübste Bundesland mit einem großen Sonnenscheinmangel, denn mit nur 100 Stunden erlebten wir hinter dem Rekordwert aus dem Winter 2012/13 (82 Stunden) einen der sonnenscheinärmsten Winter der letzten 25 Jahre, was einem Defizit von 47 Prozent entspricht.

Atlantische Tiefs sorgten für einen nassen Dezember und Januar, die beide zu mild ausfielen, während der Februar etwas kälter als üblich war. Zunächst konnten sich nur kurze Winter-Gastspiele zu Dezemberbeginn und nach Weihnachten behaupten, bevor es Ende Januar nachhaltiger einwinterte. Nach dem ersten Schnee und mäßig kalten Tagen in der ersten Dezemberwoche erfolgte rasch der Übergang zu einer ausgeprägten Westwetterlage mit viel Regen, Wind und milder Luft, bei der die Temperaturen bis zehn Grad anstiegen.

Die unbeständige, zeitweise auch stürmische Phase, hielt genau bis Weihnachten an. Dann stellte sich die Wetterlage um, am 27. Dezember hüllte starker Schneefall das Köllertal in eine zehn Zentimeter hohe Schneedecke ein. Am nächsten Tag herrschte unter Hochdruckeinfluss ein Bilderbuch-Wintertag mit Sonne, eisigem Ostwind und Dauerfrost um minus drei Grad. Die folgende Nacht brachte strengen Frost und mit minus 11,2 Grad den Tiefstwert des Winters. Dicke Nebelschwaden machten in der Silvesternacht dem Feuerwerk einen Strich durch die Rechnung. Zu Beginn des Jahres setzte Tauwetter ein, die kurze Winter-Episode war wieder vorbei. Erneut stellte sich eine atlantische Westlage ein, bei der Sturmtiefs neben Regenwolken auch sehr milde Luftmassen zu uns lenkten - die Höchstwerte kletterten auf 12 Grad. In der letzten Januarwoche gab es einen heftigen Wintereinbruch. Der Luftdruck über Deutschland fiel sehr stark, als sich Tief Mischka bei uns einnistete und bei einer Nordwestlage feuchte und kalte Meeresluft ergiebige Schneefälle auslöste. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sorgte eine schwankende Schneefallgrenze im Saarland auf engem Raum für große Unterschiede zwischen höheren und tiefen Lagen, was Bildung und Mächtigkeit einer Schneedecke anging. Oft nur wenige Kilometer machten den Unterschied zwischen tiefstem Winter und null Schnee aus. Nach heftigem Schneefall am Monatsende betrug die Schneehöhe in Eiweiler 19 Zentimeter. Der Februar verlief trocken und zeigte sich als ein richtiger Wintermonat bei einer geringen negativen Temperaturabweichung. Die Schneedecke von Ende Januar hielt sich elf Tage. Im ersten Monatsdrittel kam es in den Nächten kurzzeitig zur Frostverschärfung. Mit Tiefstwerten bis minus 8 Grad herrschten mäßige Nachtfröste. Die herrliche Winterlandschaft konnte man bei einer ruhigen Hochdrucklage mit Sonne und Hochnebel ein paar Tage genießen, ehe es zu Milderung und Tauwetter ohne Regen kam. Erst in der letzten Dekade wurde der Februar wechselhafter mit Regen.

Das auffällige Sonnenscheindefizit in der ohnehin dunklen Jahreszeit zog sich wie ein roter Faden durch jeden Wintermonat: Der Dezember war mit nur 14 Sonnenstunden sehr trüb und erreichte lediglich ein Viertel des Solls, der Januar erzielte mit 24 Stunden ein Defizit von 60 Prozent, im Februar verringerte sich das Sonnen-Minus auf 20 Prozent.