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So kann’s gehen: Unser Freund, der Mohair-Bär

So kann’s gehen : Unser Freund, der Mohair-Bär

Er war in der Bärensammlung ins Hintertreffen geraten. Aber dann reichte ein Blick auf den guten alten  Teddy aus den Fünfzigern, und sofort waren bei meiner Frau  die Erinnerungen da. An ihre und  seine jungen Jahre.

An den schweren Unfall, den er im Kinderzimmer hatte. Damals, als die Gardinenstange abstürzte und Teddy ein Glasauge raushaute. Der Reparaturversuch der Eltern, so gut er auch gemeint war, glückte nicht recht. Ein wenig schief hing das braun-schwarze Glasauge seitdem im Bären-Antlitz. Aber zum Glück beschert das Leben uns oft wunderbare Begegnungen. Zum Beispiel mit einer Kellnerin im Schwarzwald.  Die ist nicht nur im Restaurant ein Ass, sondern versteht sich auch auf Teddy-Reparaturen.  „Wir bringen ihn zu ihr, sozusagen in die ,Schwarzwaldklinik“, entschied meine Frau. Die Operation glückte. Der Bär aus Mohair mit der flotten Latzhose kehrte zurück an die Obere Saar.  Jetzt sitzt er wieder in der ersten Reihe. Wie es sich für einen Helden aus Kindheitstagen, einen verlässlichen Tröster, gehört. Ein Typ, wie ihn jeder braucht. Auch wenn er den Kinderschuhen längst entwachsen ist.