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Fastnacht
Die „Heckeholer“ gaben wieder Gas

Die „Heckeholer“ lud vergangene Woche wieder zur Kappensitzung in Bliesransbach ein. Bildmitte: Marcel Hensgen.
Die „Heckeholer“ lud vergangene Woche wieder zur Kappensitzung in Bliesransbach ein. Bildmitte: Marcel Hensgen. FOTO: Heiko Lehmann
Bliesransbach. Marcel Hensgen führte nun schon zum 25. Mal im legendären Frack durch das Programm. Von Heiko Lehmann

„Mach’ du das mal“, sagte Armin Follmar, der Vorsitzende des Kultur- und Trachtenvereins Bliesransbach, im Januar 1999 zu Marcel Hensgen. Damals war Follmar auch Elferratspräsident in der Fastnachtsabteilung des Vereins „Die Heckeholer“ und übergab zum zweiten Teil der Kappensitzung das Mikrofon an Marcel Hensgen. „Ich war damals erst seit  fünf Jahren  im Verein und habe eigentlich nur bei Theateraufführungen mitgespielt. Nach der Sitzung hatte ich das Gefühl, dass ich grottenschlecht gewesen war“, erinnert sich Marcel Hensgen. Doch das Gefühl hatte damals sonst keiner.


19 Jahre später moderierte der 50-Jährige vor einer Woche seine 25. Kappensitzung als Elferratspräsident der Bliesransbacher „Heckeholer“. „Das ist eine außergewöhnliche Zahl. Von unseren 27 Fastnachtsvereinen im Regionalverband fällt mir keiner ein, der so lange denselben Elferratspräsident hat“, sagt Werner Jungfleisch, der Regionalvertreter im Verband Saarländischer Karnevalsvereine.

Marcels Markenzeichen ist der schwarze Frack, in dem er Jahr für Jahr zur sehen ist. An der Nervosität vor jeder Kappensitzung hat die lange Zeit auf der Bühne aber nichts geändert. „Das ist heute noch so wie damals. Ich bin nervös ohne Ende, bevor es losgeht. Beim Theaterspielen ist das nicht so, da hat man seinen Text auswendig gelernt und noch eine Souffleuse dazu. Als Elferratspräsident hat man kein Netz und keinen doppelten Boden“, sagt der Bliesransbacher Faasebooz aus Erfahrung. „Das Verrückte daran ist, dass genau dieses Unvorbereitete oder Unkontrollierbare oft die lustigsten Situationen ergibt, wenn man mit Spontaneität umgehen kann“, fügt der 50-Jährige hinzu.



Als Marcel Hensgen seine erste Kappensitzung im Jahr 1999 moderierte, waren fast alle Gardemädchen der Heckholer noch gar nicht auf der Welt. Unterschiede zwischen Jung und Alt macht Hensgen aber nicht. „Wir sind eine Familie. Neben der Fastnacht gibt es in unserem Verein auch noch Theater und Volkstanz. Jeder ist überall aktiv dabei oder hilft rundherum.“ Der Elferratspräsident selber ist auch Schauspieler bei der Theatersparte und steht jedes Jahr beim Krimi-Dinner und beim Mundarttheater noch zweimal auf der Bühne. „In diesem Jahr trete ich ein bisschen kürzer und spiele vielleicht nur bei einem Stück mit, und bei dem anderen mache ich dann die Technik“, sagt Marcel Hensgen, der auch Leiter der Sparte Fastnacht ist.

Wie lange der 50-Jährige noch den Elferratspräsidenten macht, weiß er noch nicht genau. „Vielleicht gibt es im kommenden Jahr eine Co-Moderatorin, mal sehen. Es wäre jedenfalls schön, wenn junge Menschen im Verein das Amt einmal weiterführen.“ Noch ist es nicht so weit. An diesem Samstagabend steht erst mal die zweite Kappensitzung der Heckeholer in der Session an – im ausverkauften Bliesransbacher Dom.