Dorf im Warndt feiert Jubiläum

Dorf im Warndt. Ortsvorsteher Ramon Gallelli (Foto: bub) hat die Geschichte des Großrosseler Ortsteils in einer Chronik zusammengetragen. Im Jahre 1936 wurde oberhalb der zwischen Ludweiler, Karlsbrunn und Großrosseln gelegenen Tonziegelfabrik eine Waldfläche gerodet. An dieser Stelle sollte nach Willen der damaligen Reichsregierung eine Kleinsiedlung entstehen

Dorf im Warndt. Ortsvorsteher Ramon Gallelli (Foto: bub) hat die Geschichte des Großrosseler Ortsteils in einer Chronik zusammengetragen. Im Jahre 1936 wurde oberhalb der zwischen Ludweiler, Karlsbrunn und Großrosseln gelegenen Tonziegelfabrik eine Waldfläche gerodet. An dieser Stelle sollte nach Willen der damaligen Reichsregierung eine Kleinsiedlung entstehen. Landkreis und die Stadt Saarbrücken beteiligten sich mit 270 Reichsmark je Siedlerstelle an den Erschließungskosten. Die Siedlung wurde zum größten Teil in Eigenleistung und Selbsthilfe der Siedler gebaut. Träger war die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft der Stadt Saarbrücken. Mit einem Spatenstich am 24. November 1936 wurde mit dem Bau des ersten Abschnittes begonnen. Dabei sollten zuerst 127 Siedlungshäuser, fünf so genannte Volkswohnungen, eine Gaststätte und vier Geschäftshäuser entstehen. Die Auswahl der Siedler erfolgte nach sozialen Gesichtspunkten. Es wurden überwiegend Berg- und Hüttenarbeiter berücksichtigt. Je nach Haustyp betrugen die Gesamtkosten eines Hauses einschließlich Garten zwischen 6000 und 7000 Reichsmark. Die Grundstücke hatten eine Größe von sechs bis neun Ar. Bereits im Frühjahr 1938 war der erste Bauabschnitt bezugsfertig. Die Häuser wurden unter Berücksichtigung der Familiengröße unter den Siedlern ausgelost. Jede Siedlerfamilie erhielt eine Ziege, ein Ferkel und sechs Hühner. Kleintierhaltung und Gartenbewirtschaftung wurden zur Pflicht gemacht. In seiner Entwicklung gestört wurde der Ort durch den Krieg. Der während des Zweiten Weltkrieges begonnene zweite Bauabschnitt konnte erst später fertig gestellt werden. Die Weiterentwicklung in der Nachkriegszeit begann mit der Erschließung von 32 Baustellen zwischen dem ersten und dem zweiten Bauabschnitt inklusive drei Geschäftshäusern. Im Jahre 1962 begannen die Saarbergwerke mit dem Bau der Werkssiedlung. Nach etwa zweijähriger Bauzeit waren 268 Wohnungen entstanden. Nach dieser Erweiterung des Ortes durch die Werkssiedlung 1964 wurde der Ortsteil zure selbstständigen Gemeinde. In dieser Zeit wurde ein Naherholungsgebiet an der Sprossmannsquelle angelegt. Im August 1972 weihte man zudem eine neue Mehrzweckhalle ein. Im Zuge der Gebiets - und Verwaltungsreform 1974 wurde die Gemeinde Dorf im Warndt aber aufgelöst und wieder ein Ortsteil der Gemeinde Großrosseln. 1974 erschloss man den verlängerten ersten Bauabschnitt mit 42 Baustellen. Im Herbst 1975 konnten dort die ersten Eigenheime bezogen werden. Der ausgeprägte Gemeinschaftssinn wirkt sich in einem rührigen Vereinleben aus. Im Heimat- und Verkehrsverein gibt es über 20 Vereine und private Gruppen. Der Ortsteil hat sich im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt. Unter materieller Unterstützung durch die Gemeinde wurden am Feuerwehrgerätehaus und am Umkleideraum am Sportplatz Anbauten in Eigenleistung errichtet. Ein Gewerbegebiet besitzt der Gemeindebezirk seit 1988. Auf dem Gelände der Nördliche Ziegeleistraße haben sich zahlreiche Firmen niedergelassen. Im Jahre 1994 wurde das Wohngebiet Warndtwiese erschlossen und zügig bebaut.

Ein Blick in die ehemalige Werkssiedlung der Deutschen Steinkohle AG (DSK). Foto: Barbian.

Auf einen Blick Programm des Parkfestes: Freitag, 1. August, Fassanstich durch den Schirmherrn, Regionalverbandsdirektor Ulf Huppert. Samstag, 2. August: Kinderbelustigung ab 15 Uhr, ab 19 Uhr spielen die Loverboys. Sonntag, 3. August, Kinderbelustigung mit dem Spielmobil ab 15 Uhr. hla

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