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Naherholung und Gewerbe auf dem Hügel

Naherholung und Gewerbe auf dem Hügel

In Maybach ist der Startschuss für die Sanierung der Bergehalde gefallen. Der hässliche Hügel wird regelrecht umgekrempelt.

Wer die Trostlosigkeit sucht, ist hier goldrichtig. Vor allem dann, wenn unangenehmer Wind mit Dauerregen einhergeht. Doch so soll's nicht bleiben, der hässliche Hügel ist auf dem besten Weg, sich in ein ansehnliches Terrain zu verwandeln. Ortstermin am Montagnachmittag mit Bürgermeister Rolf Schultheis, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, Rudolf Krumm, Prokurist der RAG Montan Immobilien GmbH, und RAG-Projektleiter Michael Laßl. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Bergehalde Maybach, um die herum es Neuigkeiten gibt. Denn mit deren Sanierung soll noch dieses Jahr begonnen werden (wie berichteten kurz). Schultheis ließ wissen, dass er das Ende der aufwendigen Arbeiten in seiner Amtszeit nicht mehr erleben wird, denn ein Jahrzehnt ist hierfür anberaumt. Gleichwohl freute er sich, dass es nach jahrelangen Gesprächen in absehbarer Zeit losgehen soll. Wenn alles fertig ist, wird ein Teil des Haldenkörpers als Gewerbegebiet verfügbar sein, ein anderer Teil soll der Naherholung dienen. ,,Ein Gewinn für die Stadt und ihre Bürger", sagt dazu der Verwaltungschef. Von einer ursprünglich angepeilten Photovoltaik-Anlage ist indes nicht mehr die Rede.

Mit der Konkretisierung des Projektes in Form einer Ausführungsplanung könne nun begonnen werden, ließen Rudolf Krumm und Michael Laßl wissen. Ziel der Sanierung ist laut RAG die Beendigung der Bergaufsicht. Umfangreiche Untersuchungen hätten bereits ergeben, dass die Halde keine Altlasten enthält, von denen eine Gefahr ausgehen könnte. Bleibt also noch ein manierliches Entwässerungssystem und die Standsicherheit, die zu gewährleisten sind. Positive Signale für eine nachhaltige Zukunft wolle man hier setzen, so Krumm, der somit schon weit nach vorne blickte.

Sowohl auf dem unteren als auch auf dem oberen Haldenplateau wird die RAG Böden einbringen und verdichtet einbauen, um den Untergrund tragfähig und die Entwässerung klar zu machen. Die untere Fläche wird eingeebnet und mit zusätzlichen Erdmassen verdichtet aufgebaut. Auf dem oberen Areal wird eine Senke soweit aufgefüllt, sodass man den Ablauf des Niederschlags unter Kontrolle bringt. Die RAG geht momentan davon aus, dass sich der Zeitraum der Sanierung auf rund zehn Jahre beläuft - wobei 870 000 Erdmassen bewegt beziehungsweise einbracht werden.

Mit solchen Projekten wie dem jetzt gestarteten geht in der Regel eine sogenannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme einher - wegen der durch die Sanierung verursachten Eingriffe in Natur und Landschaft. Nach Angaben der RAG sind somit Renaturierungsmaßnahmen an Fischbach und Sulzbach vorgesehen. Zudem würden artenschutzrechtliche Erfordernisse aus dem Vorhaben resultieren. Vor allem betrifft das die ansässige Vogelwelt. Namentlich die hier vorkommenden Bodenbrüter wie etwa die Heidelerche, Feldlerche und den Feldschwirl - ein kleiner, schlanker, trällernder Piepmatz aus der Familie der Grassänger.

 Auf der Bergehalde (von links): Rolf Schultheis, Anke Rehlinger, Rudolf Krumm und Michael Laßl.
Auf der Bergehalde (von links): Rolf Schultheis, Anke Rehlinger, Rudolf Krumm und Michael Laßl.

Für diese Tiere müssen neue Lebensräume geschaffen werden. Ein Ausweichquartier, das als geeignet angesehen wird, ist auf dem Gelände der ehemaligen Grube Kohlwald in Wiebelskirchen gefunden worden. Über die Sommermonate werden die geschützten Arten umgesiedelt.