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Saarlandliga-Rückzug
Die aus der Not geborene Einsicht kommt meist zu spät

FOTO: Roby Lorenz / SZ
Traurig, aber erwartbar. So lässt sich beschreiben, was passiert ist. Die Stadt Friedrichsthal – ein Fußball-Mittelpunkt im Saarland. Zwei Clubs in der höchsten saarländischen Liga – ein Alleinstellungsmerkmal. Die DJK Bildstock und der SC Friedrichsthal – Imageträger einer Kommune mit Problemen. Doch binnen kürzester Zeit ist die Fußball-Blase geplatzt. Dabei hatte es genügend Fußball-Begeisterte gegeben, die immer wieder gefragt haben: „Was wäre der SC ohne den Charly?“ Und es hatte genügend Fußball-Fans gegeben, die sich immer wieder gefragt haben: „Woher nimmt die DJK das Geld?“ Von Marcus Kalmes

Diese beiden Fragen sind jetzt beantwortet.



Die DJK Bildstock hat über ihre Verhältnisse gelebt. Sie hat die Notbremse gezogen und vor der Saison ihre Saarlandliga-Mannschaft abgemeldet. Aus finanziellen Gründen. Das Finanzamt forderte einen größeren Betrag von der DJK. Offenbar hat der Verein hinter den Kulissen nicht ganz nach den Regeln gespielt.

Der SC Friedrichsthal hat es verpasst, sich breiter aufzustellen. Der Club zieht nach dem Tod des langjährigen Sponsors Jürgen „Charly“ Braun die Notbremse. Der SC meldet seine Saarlandliga-Mannschaft nach der Saison ab. Aus finanziellen Gründen.

Einsicht ist in beiden Clubs eingekehrt – aus der Not heraus geboren. Und damit viel zu spät. Schade für die Stadt Friedrichsthal.

Doch es gibt auch einen Lichtblick. Die Hellas hat sich erstmals in ihrer Vereinsgeschichte für das Hallenmasters qualifiziert. Und die Bildstocker marschieren als unbesiegter Landesliga-Spitzenreiter auf die Verbandsliga zu. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen von Hellas Bildstock die Fehler der beiden Stadtrivalen nicht wiederholen.