Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 20:40 Uhr

Verein meldet Saarlandliga-Mannschaft ab
Der SC Friedrichsthal zieht die Notbremse

Der SC Friedrichsthal zieht sich aus der höchsten Liga im Saarland zurück. „Es ist besser ein gesundes Fundament zu haben, als auf Teufel komm raus zu versuchen, die Saarlandliga zu halten“, so Trainer Andreas Fellhauer.
Der SC Friedrichsthal zieht sich aus der höchsten Liga im Saarland zurück. „Es ist besser ein gesundes Fundament zu haben, als auf Teufel komm raus zu versuchen, die Saarlandliga zu halten“, so Trainer Andreas Fellhauer. FOTO: FNS Steven Mohr
Friedrichsthal. Die Saarlandliga ist in Friedrichsthal bald Geschichte: Der SC zieht seine Mannschaft zurück. Nach dem Tod des Sponsors fehlt das Geld. Von Patric Cordier

Die Bilder sind unvergessen. 2007 kehrte der SC Friedrichsthal in die Saarlandliga zurück, setzte sich nach einer spannenden Saison gegen den ASC Dudweiler durch. Trainer war Dieter Ferner. Vielleicht ist es ein Stück Fußball-Geschichte, dass ausgerechnet Ferners sportlicher Ziehsohn Andreas Fellhauer elf Jahre später der vorerst letzte Saarlandliga-Trainer in Friedrichsthal sein wird. Der Verein wird sich zum Saisonende aus der höchsten saarländischen Amateurklasse zurückziehen. Der SC will in der Bezirksliga starten, wo derzeit die zweite Mannschaft des Vereins spielt.

„Es ist natürlich schade. Die Arbeit in Friedrichsthal hat viel Spaß gemacht“, sagt Fellhauer, „aber es geht nicht um mich oder die Spieler, sondern um den Verein. Es ist besser ein gesundes Fundament zu haben, als auf Teufel komm raus zu versuchen, die Saarlandliga zu halten“.

Im vergangenen Dezember war mit Jürgen Braun, den sie alle „Charly“ nannten, der langjährige Mäzen des Vereins im Alter von 76 Jahren verstorben. „Ohne ihn ist die Saarlandliga für uns nicht möglich“, sagte Roman Kühn, Vorsitzender des Gesamtvereins und Leiter der Fußball-Abteilung des SC Friedrichsthal. Er erklärt: „Wir haben in der Vergangenheit immer wieder versucht, die Abteilung auf eine breitere finanzielle Basis zu stellen. Das ist uns leider nicht gelungen.“ Die laufende Saison sei finanziell abgedeckt. Aber Brauns Erben teilen dessen Fußball-Begeisterung eben nicht, heißt es aus Vereinskreisen.

„Die Entscheidung ist uns schwer gefallen. Und sie tut verdammt weh“, sagt Kühn, „aber wir werden nichts versprechen, was wir nicht halten können. Es entspricht nicht unserer Auffassung von Fairplay, einen solchen notwendigen Schritt noch ewig geheim zu halten oder vielleicht erst nach Ende der Meldefrist plötzlich zu sagen, wir machen nicht mit. So wissen unsere Mitglieder, Spieler, Trainer, aber auch die anderen Vereine, was los ist. Das gibt allen Planungssicherheit“.

Dass man, um in der Saarlandliga eine vernünftige Rolle zu spielen, einen sechsstelligen Betrag benötigt, wird von Kühn weder bestätigt noch dementiert. Dafür nennt er andere Zahlen: „Die Pflege unserer beiden Rasenplätze kostet im Jahr 16 000 Euro. Die Energiekosten schlagen mit etwa 13 000 Euro zu Buche. Etwa 17 000 Euro zahlen wir an die Sozialversicherung und die Berufsgenossenschaft.“ Weitere Kosten stehen ins Haus, weil auf dem hinteren Rasenplatz Wildschweine gehaust haben. Eine angedachte Vermietung der Spielfläche an den Regionalligisten SV Elversberg ist in diesem Zustand ausgeschlossen.

„Der Verein ist gesund“, betont Kühn, „die Jugendabteilung ist nicht betroffen. Es geht allein um den Spielbetrieb der ersten Mannschaft“. Die Jugend ist in einer Spielgemeinschaft (SG) mit der DJK Bildstock. Die hat vor der Saison ihre Mannschaft aus finanziellen Gründen aus der Saarlandliga zurückgezogen, spielt nun in der Kreisliga A. Gerüchte über eine SG mit der DJK im Aktivenbereich weißt Kühn zurück. Eine solche Lösung würde keinem der beiden Vereine weiterhelfen. Daher will der SC Friedrichsthal in der Bezirksliga neu anfangen.

Die Trainer der zweiten Mannschaft des SC, Phillipp Kerber und Marcus Becker, werden Nachfolger von Fellhauer. „Seit ich 2014 als Co-Trainer beim 1. FC Saarbrücken weg bin, ist Fußball für mich nur noch ein Hobby“, sagt Fellhauer, der noch keinen neuen Verein hat: „Für mich muss das Gesamtpaket stimmen. Ich muss nicht in der Saarlandliga trainieren und es ist auch kein Beinbruch, wenn ich mal ein Jahr pausiere.“ Er will die Saison nun „bestmöglich zu Ende spielen und noch den ein oder anderen Gegner ärgern“.

Vier Spieler haben den SC Friedrichsthal in der Winterpause verlassen. Der Vertrag mit Angelo dal Col wurde aufgelöst. Sascha Lang hörte aus beruflichen Gründen auf. Florian Bohr wechselte zu den SF Köllerbach, Yannick Momper zum SV Friedrichweiler.