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Die 5. Jahreszeit
Mit heißen „Beatz“ in die Session gestartet

Verboozte und unverkleidete Zuschauer blicken auf die Bühne.
Verboozte und unverkleidete Zuschauer blicken auf die Bühne. FOTO: Thomas Seeber
Friedrichsthal. Der Karnevalsvereins Blau-Weiß richtete die Musikveranstaltung „Faasendbeatz 2018“ aus und brachte damit die Halle zum Beben. Von Petra Pabst

„Super Stimmung!“ „Tolle Musik!“ „Klasse Interpreten!“ so waren die Meinungen aus dem Publikum. „Wo war ich in der Nacht von Freitag bis Montag?“ Getreu diesem Partyhit fragen sich das heute sicher Einige, die am vergangenen Freitag in der Friedrichsthaler Bismarckhalle ausgiebig gefeiert haben. Einen Tag vor der ersten Sitzung des Karnevalsvereins Blau-Weiß richteten deren Macher die Musikveranstaltung „Faasendbeatz 2018“ aus und brachten die Halle zum Beben.


Nach dem gelungenen Start up im vorigen Jahr bot der Verband saarländischer Karnevalsvereine (VsK) damit zum zweiten Mal eine großartige Musikveranstaltung, in der Solomusiker und Konzert erprobte Bands in die fünfte Jahreszeit entführen durften. Das Echo der Silvesterböller noch im Ohr wich damit schnell das Lametta den Luftschlangen, und den weihnachtlichen Klängen folgte nun ein Party-Knaller nach dem anderen. Spätestens jetzt ist klar: die saarländische Faasend nimmt wieder ordentlich Fahrt auf, denn bis 14. Februar (Aschermittwoch) ist die Session diesmal nicht lange.

So waren wieder 15 Musikgruppen am Start und boten einen vielfältigen Querschnitt in verschiedene Musikrichtungen des saarländischen Karnevals. In ihrem bunten und abwechslungsreichen Abendprogramm präsentierten sie sich unter dem Motto „Mir kinne meh wie Uffttatta“ und brachten die rund 300 begeisterten Partygäste, darunter auch zahlreiche Prinzenpaare, zum Schunkeln, Klatschen und Tanzen. Ob als Band oder Gesangs-Gruppe, als Einzelinterpret oder instrumental in einer großen Formation – die saarländische Faasend-Musik zeigte sich bunt und vielseitig und bewies, dass sie tatsächlich deutlich mehr drauf hat, als den Narrhallamarsch. Patric Schmelzer, Sänger bei den „Konsorten“, und Jonas Degen, Keyborder der „Green Fies“, machten gut gelaunt die Moderation.

„Ich hab mich auf diesen Abend gefreut, wie auf Dibbelabbes und dieses Jahr setzen wir noch einen drauf“, so Schmelzer zum Beginn der Party. Dass ihnen das gelungen ist, bestätigten auch Kai, Vievien und Jessica, die als Milka-Kuh, Nonne und Soldatin extra aus Kaltnaggisch gekommen waren, um „ihre“ Hofsänger des Kaltnaggischer Gardistencorps zu unterstützen.

„Wir wollen bewusst den Charakter eines Wettbewerbs weglassen und dennoch jedem zeigen, wie unsere Musiker auf ihre Art den Saal und die Stimmung zum Kochen bringen.“ so VsK-Präsident Hans-Werner Strauß. Der Schwerpunkt der Beiträge lag auf dem Covern bekannter Stimmungshits und eigenen Interpretationen bekannter Karnevals-Lieder mit eigenen Texten. Aber auch selbst verfasste Stücke animierten das begeisterte Publikum zum Mitmachen und Feiern. Einen tollen Auftakt boten dabei die Gastgeber mit ihrem „Ostschachtexpress“, der gleich ordentlich einheizte. Viel Applaus erntete auch das Nachwuchs-Geschwisterpaar Quietschi und Quatschi aus Habach, das sich mit seinen Beiträgen hinter den erwachsenen Interpreten nicht zu verstecken brauchte.



Timo Molter setzte auf selbst geschriebene Lieder und nahm den Selfie-Wahn aufs Korn. Mit einem lautstarken Spektakel und Guggenmusik trieben die Sulzbacher Nodepirade den Geräuschpegel kräftig nach oben, während sich Marcel Woll als mitreißende Stimmungskanone präsentierte. Bei den „Latzegallies“ und den „Green Fiess“ forderte das Publikum „Zugabe“. Schirmherr Markus Uhl (Mitglied des Bundestages) kam direkt von den Sondierungsverhandlungen in Berlin und begrüßte das närrische Volk. Bei der anschließenden „Hutsammlung“ zu Gunsten der „Klinik-Clowns“ der Kinderhilfe Saar e.V. kamen stolze 914 Euro zusammen. Spontan entschieden die Vertreter des Verbands saarländischer Karnevalsvereine: „Wir werden jetzt bei allen VsK-Veranstaltungen einen Hut aufstellen und für dieses tolle Projekt sammeln.“ Beim großen Finale kurz vor Mitternacht standen fast alle Akteure noch einmal auf der Bühne und sangen gemeinsam mit dem Pubklikum noch einmal zu Mark Fosters „Chöre“: „Mir feiere Faasend an der Saar“.