Am Saarbrücker Heidenkopferdell ist jetzt Uwe Conradt gefragt

Kommentar : Herr Conradt, übernehmen Sie

Nein. Sie sind nicht alle einfach nur sture Panzerfahrer, die ihre Augen und Ohren verschließen und gnadenlos Kurs halten, egal, was die anderen sagen. Nein, die Damen und Herren in der Saarbrücker Verwaltung und im Stadtrat lassen mit sich reden.

Sie sind durchaus auch mal bereit, einen Beschluss oder Plan zu korrigieren, vielleicht sogar zu kippen – auch wenn’s ihnen wehtut. Vorausgesetzt: Die Bürger bleiben hartnäckig am Ball. Ein Bilderbuch-Beweis dafür ist die Geschichte des Bebauungsplanes für das ehemalige SHD-Gelände. Der Protest gegen die ursprünglich geplante Verkehrsanbindung ging 2016 los und brachte 2018 schließlich die Wende und Entwarnung. Eine sehr gute Figur machte dabei der 2016 frisch ins Amt gekommene Baudezernent Heiko Lukas. Er bestätigte der SZ im Februar 2018, dass der Sinneswandel von Verwaltung und Stadtrat auf das Engagement der Bürger zurückging, die ein Verkehrschaos abwenden wollten. Jetzt möchten sie zusätzlich  noch 100 Bäume retten. Saarbrückens neuer Oberbürgermeister, Uwe Conradt,  hat angekündigt, er werde die Bürger künftig mehr am politischen Prozess beteiligen. Am Heidenkopferdell bietet sich erneut Gelegenheit zum Dialog – zwischen Verwaltung und Bürgern. Das ist doch eigentlich auch eine gute Gelegenheit für Uwe Conradt, um sein Bürgerbeteiligungsprojekt zu starten. Vielleicht bleibt ja dann doch der eine oder andere Baum noch länger stehen.

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