Buchvorstellung Angelika Lauriel in Heusweiler

Buchvorstellung : Wie eine Heusweilerin als Autorin Erfolg hat

Angelika Lauer kann auf ein beachtliches Spektrum an Büchern verweisen. Jetzt stellte Sie zwei neue Werke in Heusweiler vor.

Blumen neben dem Rednerpult, ein schmucker Büchertisch – und sogar der Bürgermeister kam herbeigeeilt: Um Angelika Lauers Buchvorstellung anzumoderieren, verschob der fidele, weil per Stichwahl im Amt bestätigte Thomas Redelberger (CDU) den Fassanstich vom Westernfest kurzerhand um eine halbe Stunde und flitzte vorher in den Festsaal seines Rathauses. Schließlich sei die Autorin ein „Heusweiler Mädsche“; noch dazu eins, das quasi am Fließband Bücher auf den Markt werfe, lobte Redelberger. Und das in ansprechender Qualität und außerdem in einem Tempo, dass die Verwaltung kaum dazu komme, den Saal rechtzeitig für eine neue Buchpräsentation freizuhalten. So beglückwünschte der stolze Gemeindechef seine Bürger zu ihrem Entschluss, den regnerischen Abend auf dieser „wunderbaren Veranstaltung“ zu verbringen, knutschte die hübsche Tochter des Ortes beherzt auf die Wange, verdrehte entzückt die Augen und entfleuchte mit den Worten „Ich liebe meinen Job!“ Ja, der Mann weiß, wie man sich inszeniert, der hat schließlich mal Theater gespielt.

Sich angemessen präsentieren und reden kann aber auch Angelika Lauer, und das kann man beileibe nicht von jedem Lokal-Schriftsteller behaupten: Sie liest mit entspannter, warmer Stimme, und weil sie obendrein gekonnt Dialekte und Akzente imitiert, klingt ihr Vortrag recht lebendig – man hört ihr gerne zu. Ursprünglich ist Lauer studierte Übersetzerin und Dolmetscherin. Unter den Pseudonymen Angelika Lauriel und Laura Albers schreibt sie Kinder- und Jugendbücher, zeitgenössische Romane und Krimis, die seit 2010 von diversen Verlagen veröffentlicht werden. Nun stellte sie am Freitag unter dem Veranstaltungsnamen „Mord, Liebe – und Musik“ gleich zwei neue Werke vor: ihren mittlerweile dritten Saarkrimi „Tote Frauen lügen nicht“ und den Roman „Emilia und das Flüstern von Liebe“. Der Krimi spielt wie seine beiden Vorgänger – die einzelnen Bände der Reihe sind unabhängig voneinander zu lesen – in Saarlouis. Er handelt von einem Mordfall, einem anonymen Verehrer und dem Chaos, das über die üblichen Protagonisten, die Call-Center-Angestellte Lucy Schober und ihren Lebensgefährten, Kriminalkommissar Frank Kraus, hereinbricht: Das Familienglück der beiden könnte endlich perfekt sein, es sind Zwillinge unterwegs – würde die notorisch leichtsinnige Lucy nicht schon wieder auf vertrackte Weise in das Verbrechen verwickelt.

Um die geheimnisvolle Souffleuse Emilia Canotti, eine wahre Schauspielerflüsterin, und ihre komplizierte Beziehung zu dem undurchsichtigen Mimen Antoine geht’s dagegen in dem Roman „Emilia und das Flüstern von Liebe“ – wer beim Namen der Protagonistin an Lessings Trauerspiel „Emilia Galotti“ denkt, liegt richtig. Es ist das erste Buch, das Lauer notgedrungen im Eigenverlag (Books on Demand) herausgebracht hat: Mit der Begründung, das Buch sei „zu still“, zur Vermarktung brauche es schon einen sehr berühmten Autorennamen, sei das Buch von den Verlagen abgelehnt worden, erzählte Lauer. Ehrensache, dass es dennoch ordentlich lektoriert und layoutet ist.

Umrahmt wurde die Buchvorstellung von dem Gitarristen und Sänger Toni Prinz, der mit eher düsteren Songs ein Kontrastprogramm servierte: darunter John Lennons „Working class hero“ und „Hey Hey, My My (Out of the Blue)“, Neil Youngs Ode an Johnny Rotten, Punk-Ikone und Sänger der Band „Sex Pistols“. Zum Abschluss kreiste der Hut, und weil das Publikum keine Fragen hatte, ging‘s ans Büchersignieren.

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