Völklingen feierte das Saarfest am Wehrdener Flussufer

Volksfest am Wasser : Völklinger feierten große Wasser-Party

Das Saarfest lebt von einem guten Programm auf der Saar und an den Ufern. Nur von oben sollte es nicht allzu feucht werden. Aber das Wetter spielte ja nach dem etwas bedeckten und feuchten Auftakt doch noch mit.

„Raaaaatsch“ machte es immer wieder. So klang es, wenn die Teilnehmer am Pappbootrennen beim Völkinger Saarfest ihre Wasservehikel aus Dachlatten, Pappkartons und Klebestreifen bastelten. Und eben dieser Klebefilm erzeugte beim Abrollen jenes Geräusch: „raaaatsch“. „Hauptsächlich sollten die Boote aus Pappe bestehen, die Latten sind lediglich dazu da, um alles zusammenzuhalten“, sagte Organisator Philipp Kemmer. So weit so gut. Aber weil nur der mit Leim beschichtete Plastikstreifen die Pappe beim Kontakt mit der Saar daran hinderte aufzuweichen, brauchten die Bastler allerhand davon: „Raaaaatsch.“

„Wir versuchen es diesmal mit der Katamaran-Bauweise“, sagte Hendrik Kerstin vom Team Mythenjäger. Große Hoffnungen, trocken über die Distanz zu kommen, machte er sich allerdings nicht: „Wir sind hier, um die bleierne Ente zu verteidigen.“  So nannte er den Konstruktionspreis, außerdem gewann der, der die größte Distanz schafft.

80 000 Besucher hatte Völklingen über das vergangene Wochenende an seinem Wehrdener Saarufer erwartet. Zum Saarfest gab es Sport und Spaß auf dem Fluss sowie am Ufer. Ein Bühnenprogramm gab es überdies und dazu einen kräftigen Schuss Kirmesspektakel auf dem Wehrdener Platz.

Als Oberbürgermeisterin Christiane Blatt das Fest am Freitagabend eröffnete, schien die 80 000er-Marke bei der Besucherzahl noch ein bisschen ambitioniert angesichts des wolkenverhangenen Himmels. Doch sollte sich der Regen auf den Eröffnungsabend beschränken.

Die Drachenbootregatta, deren Programm von den Sprints bis zum Verfolgungsrennen über die Langdistanz reichte, bildete den sportlichen Mittelpunkt des Saarfestes. Schülermannschaften wetteiferten dabei auf der Saar ebenso wie Damenmannschaften und Teams, welche die Stadt sonst so hervorbringt.

Nur einer hat offenbar kein Boot für sich gefunden. Bürgermeister Christof Sellen hatte am Samstag die ersten Drachenbootsportler für ihre Siege zu ehren. „Ich freue mich über das tolle Saarfest, die gute Stimmung und das tolle Wetter“, sagte Sellen. Ihn betrübte nur eines: „Leider durfte ich in keinem der Boote mitfahren.“ Womöglich hätten die Kapitäne zu viel Tiefgang befürchtet, sagte der kräftig gebaute Sellen und bewies Sinn für Humor.

Für das bunte Bühnenprogramm war einmal mehr Christoph Eugen vom städtischen Veranstaltungsmanagement verantwortlich. Gaudi-Mucke und Helene-Fischer-Schlager gingen quasi im Regen unter. Am Samstag eröffnete ein Völklinger Bub den Musikteil. „Ich bin Philipp Leon“, sagte der Sänger, der vor Jahren im TV in „The Voice of Germany“ als Talent auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Inzwischen zum Songschreiber im Deutsch-Pop-Genre gereift, trat er erstmals mit Band in Völklingen auf – und spielte nur eigenes Material. Mit dabei sein bisher größter Hit „Auf und Ab“.  Petra Williams rockte auf Saarländisch, die VIP-Allstars und die Diva-Tribute-Show steuerten weltbekannte Hits zum Programm bei. Am Sonntag gab es das Familienprogramm mit Zauberei, Tuchakrobatik, Mitmach-Angeboten der Tanzschule Bootz-Ohlmann, Kinderhits von Ene-Mene-Mix, ein Elvis-Double und den abschließenden Auftritt der Band Compliment for Soul. Das sind junge Völklinger, die Rockmusik hörenswert interpretieren und seit Jahren eine feste musikalische Größe in Völklingen und Umgebung sind.

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