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Für das Nobilia-Werk am Lisdorfer Berg starten jetzt die Bauarbeiten

Erster Spatenstich : Bei Nobilia geht jetzt der Bau los

Am Samstag fiel mit dem ersten Spatenstich der Startschuss für den Bau des neuen Möbelwerks am Lisdorfer Berg bei Saarlouis.

Die in Saarlouis geplante Fabrik des ostwestfälischen Küchenherstellers Nobilia soll jetzt zügig hochgezogen werden, so dass im kommenden Jahr bereits die ersten Küchenmöbel das Werk verlassen können. Dieses ehrgeizige Ziel markierte am Samstag Nobilia-Geschäftsführer Lars Bopf anlässlich des ersten Spatenstichs für die neue Produktionsstätte im Saarlouiser Industriegebiet Lisdorfer Berg.

In den kommenden Tagen sollen die Bauunternehmen bereits mit dem Gießen der Fundamente beginnen. Danach soll dann möglichst schnell der erste Bauabschnitt hochgezogen werden. Im Endausbau will Nobilia in dem neuen Werk mehr als 1000 Frauen und Männer beschäftigen und auf einer Hallenfläche von 140 000 Quadratmetern täglich 1600 Küchen produzieren. Über die Höhe der Investitionen machte der Chef des Familienunternehmens, dessen Inhaber Werner und Marion Stickling ebenfalls zum Spatenstich gekommen waren, keine Angaben. Er hatte im Vorfeld aber schon angekündigt, dass es sich wohl um eine Investition im dreistelligen Millionenbereich handeln werde.

Bopf betonte, dass nicht zuletzt die geografische Lage im Herzen Westeuropas und nahe zu Frankreich, dem größten Exportmarkt für Nobilia-Küchen, den Ausschlag für die Standort-Entscheidung gegeben habe. 41 Prozent des Exports würden zu den französischen Nachbarn geliefert. Doch es sollen auch andere west- und südeuropäische Märkte von Saarlouis aus bedient werden. „Wenn wir die Küchen für diese Länder im Saarland bauen, sparen wir allein bei jeder Lkw-Fahrt 900 Kilometer“, rechnete Bopf  vor.

Der Nobilia-Geschäftsführer lobte allerdings auch „die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit der landeseigenen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GW) Saar, „die ihre Unterstützung nicht nur zugesagt, sondern sie auch wahr gemacht hat“. Ähnlich effektiv und professionell hätten die Stadtverwaltung von Saarlouis und die Mitarbeiter des Saar-Wirtschaftsministeriums gearbeitet, so dass von der notariellen Beglaubigung des Kaufvertrags für das 29 Hektar große Gelände bis zur Baugenehmigung nur ein halbes Jahr vergangen sei. „Wir fühlten von Anfang an, dass wir herzlich willkommen waren“, betont der Nobilia-Chef.

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hob hervor, „dass diese Ansiedlung, die größte seit Jahrzehnten im Saarland, ein sehr ermutigendes Signal für die Region ist“. Und Nobilia sei nicht irgendein Unternehmen, sondern der größte Küchenhersteller Europas. Bei einer solchen Ansiedlung erweise es sich auch als Vorteil, dass bei der saarländischen Wirtschaftsförderung die Standortakquise und das Immobilienmanagement „in einer Hand liegen“. Dadurch könne „schnell gehandelt werden“.

Rehlinger bekräftigte die Forderung, dass das Land schleunigst einen zweiten Masterplan Industrieflächen umsetzen müsse, weil die Areale, die im ersten Plan festgelegt wurden, „fast alle schon belegt sind“. Das sind Flächen in Losheim und Tholey sowie am Lisdorfer Berg und am Zunderbaum in Homburg und Kirkel. Sie erinnerte da­ran, dass das Land für die Erschließung neuer Industriegebiete in den kommenden Jahren 65 Millionen Euro bereitstellen will. Die Suche nach geeigneten Standorten laufe auf Hochtouren.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lobte die Familienunternehmen, wie Nobilia eines ist. „Wir haben diesen Firmen viel zu verdanken, weil deren Gründer in den dunklen Jahren nach dem zweiten Weltkrieg, als Deutschland am Boden lag, Mut und Weitblick bewiesen und den Grundstein für das deutsche Wirtschaftswunder gelegt haben.“ Nobilia selbst entstand aus einer kleinen Schreinerei im Gütersloher Stadtteil Avenwedde, in der 1945 die Brüder Johann und Willy Stickling mit der Möbelfertigung begannen.

Nobilia-Geschäftsführer Lars Bopf. Foto: Ruppenthal

Heute beschäftigt Nobilia in seinen beiden Werken im ostwestfälischen Verl rund 3500 Mitarbeiter und produziert 727 000 Küchen pro Jahr bei einem Umsatz von 1,23 Milliarden Euro. Knapp 48 Prozent der Küchenmöbel gehen in den Export in weltweit über 90 Länder. Der Schwerpunkt liegt jedoch in den europäischen Nachbarländern.