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Steag will Saar-Kraftwerke weiter ruhen lassen

Energiepolitik : Steag will Saar-Kraftwerke weiter ruhen lassen

Der Essener Energiekonzern Steag hat für die beiden Kraftwerks-Standorte Bexbach und Weiher erneut die vorläufige Stilllegung bei der Bundesnetzagentur beantragt.

Das teilte der Konzern am Montag mit. „Das Verfahren wurde formal eingeleitet, um gesetzliche Fristen einzuhalten und die Perspektiven für beide Standorte über das Jahr 2020 hinaus auszuloten“, hieß es in der offiziellen Steag-Mitteilung.

Letztlich geht es darum, den aktuellen Status der beiden Kraftwerksstandorte weiter zu verlängern. Die stehen aktuell unter dem Regime des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, der die beiden Kraftwerke als systemrelevant als Reservekraftwerke weiter am Netz hält. Diese Systemrelevanz ist insofern positiv für die Standorte, da sie Mannschaft an Bord bleibt, auch wenn die Strommeiler nur wenige Tage im Jahr angefahren werden, wenn das Aufkommen aus Wind- und Sonnenstrom so gering ist, dass die Netzstabilität von den regulären Kraftwerken nicht mehr gesichert werden kann.

Bereits im November 2016 hatte Steag die zwei saarländischen Kraftwerksstandorte infrage gestellt. Kohleverstromung, so die damalige Aussage, lohne sich nicht mehr, die Kraftwerke seien nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Der dritte Saar-Standort Völklingen-Fenne war auch wegen seiner Anbindung an die Fernwärmeschiene Saar von den Stilllegungsplänen damals nicht betroffen.

Während es 2016 perspektivisch noch recht düster aussah, ist die Lage jetzt deutlich optimistischer. Bei der Bilanzpressekonferenz hatte Steag-Chef Joachim Rumstadt bereits angedeutet, dass die beiden Kraftwerke mittelfristig auch wieder von Steag in Betrieb genommen werden könnten. Denn der Steag-Chef geht davon aus, dass sich mit dem Atomausstieg auch die Strompreise an der Börse wieder so erholen, dass Kohlestrom wieder profitabel erzeugt werden könnte. „Dann ist es denkbar, dass die beiden Kraftwerke wieder ans Netz gehen.“

Im Rahmen des geplanten Kohleausstiegs hat Rumstadt noch weitergehende Pläne. „Bexbach und Weiher sind hervorragende Kraftwerksstandorte“, sagte Rumstadt. Unter anderem weil sie an großen Übertragungsleitungen liegen. Er hofft nun, dass im Rahmen des Kohleausstiegs der Umbau von Kohle- zu Gaskraftwerken entsprechend gefördert wird. Für die beiden Saar-Standorte sei in diesem Zusammenhang eine Umrüstung auf Gasturbinen in Planung. Für Bexbach und Weiher sind jeweils zwei 300-Megawatt-Turbinen geplant, so das jedes Kraftwerk wie bisher auf eine Leistung von etwa 600 Megawatt kommen würde. Doch nicht nur für die beiden derzeitigen Reservekraftwerke steht die Umrüstung im Raum. Auch Völklingen könnte auf Gas umgebaut werden.

Letztlich geht Steag davon aus, dass das Saarland weiterhin ein wichtiger Produktionsstandort im Konzern bleiben wird. „Das Saarland ist und bleibt ein Energieland“, so hatte es Rumstadt Anfang April betont.