OB Peter Demmer spricht beim Neujahrsempfang in Saarlouis

Neujahrsempfang : Nobilia kann auf dem Lisdorfer Berg in Kürze loslegen

Nobilia kann bald sein Küchen-Werk auf dem Lisdorfer Berg bauen, Sorgen wegen Ford, Ärger über den wahrscheinlich sehr späten Beginn des Ostring-Baus: Dicke Brocken beim Neujahrs-Empfang der Stadt Saarlouis.

Der Neujahrsempfang der Stadt Saarlouis bleibt ein Ereignis mit Ausstrahlung über die Stadtgrenze hinaus. Zwar fehlte in diesem Jahr die gewohnte Bundes- und Landesprominenz. OB Peter Demmer konnte am Mittwochabend im Theater am Ring aber erstmals den deutschen Botschafter in Luxemburg, Dr. Heinrich Kreft, begrüßen. Erstmals gekommen waren auch die Bürgermeister der lothringischen Nachbarn Heining-lès-Bouzonville,Barthélémy Lemal, und Schengen, Michel Gloden. Unter den Gästen auch die französische Generalkonsulin im Saarland, Catherine Robinet. In diesem Jahr finden, sagte Demmer, die offiziellen Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, nicht in Saarbrücken, sondern in Saarlouis statt.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Standortes Saarlouis und das Bemühen um Verkehrsentlastung waren prägende Themen in Demmers Neujahresrede. Die Baugenehmigung für das neue Werk des Küchenherstellers Nobilia auf dem Lisdorfer Berg stehe unmittelbar bevor, kündigte er an. Nobilia hatte auf dem Lisdorfer Berg 30 Hektar Gewerbefläche gekauft und angekündigt, dort in einigen Jahren bis zu 1000 Arbeitsplätze einzurichten.

„Im Zuge der Vorarbeiten zum Bauantrag hat sich wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, alle handelnden Personen an einem Tisch zu haben“, sagte Demmer. Was beweise, wie wichtig es für Saarlouis und andere Städte sei, eine eigene Untere Bauaufsicht (UBA) zu haben und sie nicht, wie derzeit im Landtag diskutiert, in die UBA des Landkreises zu integrieren.

Oberbürgermeister Peter Demmer plädierte beim Neujahrsempfang für eine Erweiterung des Industriegebietes LIsdorfer Berg. Foto: Thomas Seeber

Ansiedlungen wie Nobilia ebenso wie eine „umweltverträgliche Erweiterung“ des Industriegebietes Lisdorfer Berg („bisher 2300 neue Arbeitsplätze“) sind für Demmer umso wichtiger, als es „in der Zukunft nicht leicht sein wird für den Ford-Standort Saarlouis“. Ein Abbau von 1600 der über 6000 Arbeitsplätze ist dort bereits angekündigt. Eine Erweiterung des Industriegebietes westlich der B 269 neu betrachtet Demmer als „Pflicht“, eine „Chance“ derer sich Saarlouis angesichts der Entwicklungen bei Ford und auf dem Stahlmarkt „nicht berauben sollte“. Das quittierte das Publikum mit Applaus.

Sorgen macht Demmer auch der aktuelle Stand der Planungen des Ostrings. Sei es „wie Weihnachten und Ostern am gleichen Tag gewesen“, als das Land unerwartet mitgeteilt habe, Planung und Ausführung zu eigenen Kosten zu übernehmen, so kam im Januar die kalte Dusche: Baubeginn solle nicht vor 2030 sein, wie die CDU-Landtagsabgeordneten Raphael Schäfer und Marc Speicher nach einem Gespräch mit dem Landesbetrieb für Straßenbau mitteilten. Demmer: „Das ist unverständlich und für uns absolut unakzeptabel.“ Auch da applaudierte der gut gefüllte Saal.Für die Stadt stehe jetzt die Sanierung von Hallen an, unterstrich der OB. „Ein Sanierungsstau an unseren Hallen und Gebäuden ist nicht zu leugnen, das Thema Brandschutz allgegenwärtig. Wir werden in unsere Hallen und Gebäude investieren müssen, um auch weiterhin aller Kunst-, Kultur- und Sportangebote in gewohnter Weise anbieten zu können. Ich sage aber an der Stelle heute hier ganz klar, dass Umbau und Sanierung gewisse Einschränkungen für die Veranstalter und Vereine mit sich bringen werden.“

Unter den Lichtblicken auch: Mit 260 habe 2018 die Zahl der Gästeführungen einen neuen Rekord erreicht. Auch vor diesem Hintergrund versprach Demmer, das Netzwerk der Festungsstädte, das sehr an Schwung verloren hat, „wieder zu reaktivieren“.

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