Saar-Polizei zählt in Silvesternacht weniger Gewalt aber mehr Unfälle

300 Einsätze der Saarpolizei : Weniger Schlägereien in der Silvesternacht im Saarland

Erneut haben Gaffer in der Silvesternacht einen Rettungseinsatz bei einem Brand im Saarland behindert. Kurz nach Beginn des neuen Jahres hatten Anwohner die Einsatzkräfte in Bous alarmiert. Bei einem Haus in der Saarbrücker Straße stand das Dachgeschoss in Flammen.

Die Feuerwehr schaffte es, durch ein schnelles Eingreifen ein Übergreifen des Brandes auf benachbarte Häuser zu verhindern, wie die Polizei mitteilte. Zum Glück befanden sich keine Menschen im Brandhaus. Doch die Einsatzkräfte wurden von Schaulustigen behindert. Die Polizei musste die neugierigen Gaffer sogar abdrängen, damit die Feuerwehr arbeiten konnte. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen etwa 150 000 Euro. Die Brandursache war gestern noch unklar.

Eine Feuerwerksrakete löste gegen halb eins in einer Wohnung im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Saarbrücker Innenstadt einen Wohnungsbrand aus. Die Rakete flog durch ein geöffnetes Fenster und entzündete Gardinen und Kleiderständer. Löschversuche des Wohnungsinhabers und seiner Gäste blieben erfolslos, wie die Polizei berichtete. Drei Menschen, darunter eine 25-jährige Schwangere, erlitten leichte Rauchgasvergiftungen und wurden in Kliniken transportiert. Durch die Feuer- und Löschwasserschäden ist das Haus jetzt einsturzgefährdet und unbewohnbar. Auch Bewohner der beiden angebauten Häuser wurden evakuiert. Jetzt sucht die Polizei den Täter, der die Rakete startete.

Eine Schwangere wurde wie einige weitere Personen bei der Flucht leicht verletzt, nachdem ein Unbekannter in einer Saarbrücker Diskothek kurz nach fünf Uhr morgens Reizgas versprüht hatte. Ein Mann musste deshalb stationär in einer Klinik behandelt werden.

Die Polizei sei in der Silvesternacht mit einem Aufgebot am oberen Limit der Personalstärke im Einsatz gewesen. Bei 300 Einsätzen seien die Beamten professionell vorgegangen, sagte ein Polizeisprecher der SZ. Die Zahl der Schlägereien sei im Vergleich zum Vorjahr von 56 auf 27 zurückgegangen. Auch die Fälle häuslicher Gewalt hätten sich im Vorjahresvergleich von 14 auf sieben halbiert, so der Sprecher. Die Zahl der Unfälle in der Silvesternacht stieg dagegen von 34 auf 58 an, bei denen sechs leicht Verletzte gezählt wurden.

Auch zwei Tieren in Not konnte die Polizei helfen. Am frühen Neujahrsmorgen wurde ein verletzter Storch auf der A 62 bei Freisen gemeldet. Als die Beamten eintrafen, hatte ein Autofahrer den am Flügel verletzten Storch schon eingefangen und auf eine Wiese gesetzt. Die Polizei übergab den verletzten Storch einer Tierpflegerin des Wildparks Freisen.

Nahe des Neubaugebiets In der Muhl in Homburg-Jägersburg entdeckte die Polizei in einem Wald am Sonntagnachmittag neben einem Müllberg einen Hundekorb mit einem etwa zwölf Wochen alten, unterernährten und verwahrlosten Husky-Welpen. Der Husky-Welpe sei in der vorangegangenen sehr kalten Winternacht dort zum Verenden abgelegt worden, berichtete die Polizei. Den völlig erschöpften Welpen brachten die Polizisten in die Tierklinik Elversberg. Ob er überlebt, sei unklar, hieß es.

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