Wo Pilger beherbergt werden

In Blieskastel steht mit der Pilgerherberge nun eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung. In der Pilgerrast im Kloster wurde die Herberge mit ihren sechs Zimmern eingeweiht.

Mit Gesang und Gebet begann die Einweihungsfeier in der Pilgerrast. Pfarrer Hermann Kast blickte zurück: "Im Zuge des Gesamtkonzeptes wurde in den letzten Monaten die Pilgerherberge mit sechs Zimmern im Obergeschoss der im letzten Sommer eröffneten Pilgerrast fertig gestellt. Den Pilgern steht somit am Jakobsweg eine auf das Wesentliche reduzierte Möglichkeit des Übernachtens zur Verfügung", so Kast. In Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt seien sämtliche Mönchszellen in ihrer ursprünglichen Aufteilung und Ausstattung erhalten geblieben. Bei einem Rundgang gab es für das gelungene Werk viel Anerkennung. Der alte Holzboden sowie die alten Türen wurden überarbeitet, und es war gar gelungen, die alte Öffnungsmechanik der Türen, soweit vorhanden, zu erhalten. Sie wurden lediglich durch Schlösser ergänzt, damit die Zimmer bei Bedarf abgeschlossen werden können.

Zweckmäßig und einfach ist die Innenausstattung. Jedes der sechs Zimmer besitzt ein Waschbecken, auf der Etage befinden sich Toiletten und Duschen. "Stockbett, Schränke, Tische und Stühle sind bewusst schlicht aus regionalem Eichenholz gestaltet und nehmen die Formensprache der Möbel der Gasträume im Erdgeschoss auf", erklärte Landrat Clemens Lindemann (SPD). Der Pilgergedanke stand beim Konzept der Herbergszimmer im Vordergrund, so sei ein schlichter, aber dennoch einladender Rückzugsort entstanden. Telefon, Internet und Fernsehen suche man vergebens.

,,Zusammen mit der Fertigstellung der Außenanlage und der tollen Rundsicht ist das Klosterprojekt zwar eine finanziell große, jedoch sinnvolle Investition für die Region", so der Landrat, der Denkmalpfleger Bernhard Becker, der Pächterfamilie Born sowie Dorthe Zimenja und Doris Gaa (Lokale Aktionsgruppe Biosphärenreservat Bliesgau) für ihre Arbeit vor und während der Maßnahme ausdrücklich dankte. "Das gesamte Projekt wird gefördert mit Geldern aus EU-Mitteln des Leader-Programms und aus Landesmitteln. Zusätzlich zum Eigenanteil des Saarpfalz-Kreises kommen noch Gelder vom Bistum Speyer sowie der Stadt Blieskastel zur Finanzierung nicht förderungsfähiger Bereiche, etwa des Mobiliars", betonte Doris Gaa, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Saarpfalz, die für das Kloster ein Marketingkonzept ankündigte und für die vorzüglichen Arbeiten des regionalen Handwerks ein Sonderlob bereithielt.

Zum Abschluss dankte Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU) dem Landrat, der trotz einiger Bedenken das Vorhaben im Kreistag vorantrieb. "Zusammen mit den Minoriten-Patres um Guardian Pater Piotr möchten wir von der Stadt das Blieskasteler Kloster wieder zur ursprünglichen Bedeutung führen." Die Pächtersleute Christel Born und Manuela Henrich wollen in der Idylle des Klosters dafür sorgen, dass sich Pilger und Besucher in der neuen Herberge wohlfühlen. "Dazu zählt die Nachtruhe um 22 Uhr, keine lauten Veranstaltungen sowie ein Pilgerfrühstück mit frischen Produkten aus der Biosphärenregion", so Christel Born abschließend.

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Auf einen BlickPilgerrast und Pilgerherberge sowie die Außenanlagen in Blieskastel kosteten insgesamt 1,6 Millionen Euro, davon entfielen auf die nun eingeweihten sechs Pilgerzimmer 250 000 Euro. Aus EU-Mitteln des Leader-Programms und vom Land flossen 900 000 Euro an Unterstützung. Die Gesamtbauzeit betrug drei Jahre. hh