St. Ingberter helfen Taifun-Opfern

Flexibel reagieren die zwölf freiwilligen Helfer, die im vergangenen Jahr einen medizinischen Einsatz für diesen November auf den Philippinen vorsahen. Als Folge des Taifuns Haiyan ändern sie ihr Einsatzziel. Hilfe wird nun kurzerhand im Katastrophengebiet geleistet

. Bereits im vergangenen Jahr war ein Team saarländischer Ärzte und Pfleger, darunter auch Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses, auf den Philippinen, um vor Ort ärztliche Hilfe für die Ärmsten der Armen zu leisten. Damals erfolgte der Einsatz auf der Insel Siquijor, im Südosten des Archipels, wo die Mutter von Dennis Borces, früher Assistenzarzt in St. Ingbert und heute Chirurg an der Saarbrücker Caritas-Klinik, herstammt. Er initiierte die Aktion, für die er auch Kollegen begeisterte.

Für hiesige Verhältnisse ist es einfach unvorstellbar, dass es für 100 000 Menschen keinen einzigen Chirurgen gibt und ein "akuter Blinddarm" ein Todesurteil sein kann. Für die damaligen Helfer war es deshalb keine Frage, auch 2013 nach Südostasien zu fliegen. Der Urlaub war eingereicht und der Container wurde so gepackt und losgeschickt, dass er im November auf Cebu anlandete, von wo er nach Süden weitergeleitet werden sollte. Doch Taifun Haiyan sorgte für eine Programmänderung.

Sollte sich das Team von zwölf Medizinern ursprünglich geplanten Operationen auf Siquior widmen, schickt selbst die Chefin des dortigen Krankenhauses ihre eigenen Mitarbeiter ins Katastrophengebiet und riet auch den Deutschen dazu, in den zerstörten Gebieten die nötigste Hilfe zu leisten. Kurzerhand wurde umdisponiert, die Freiwilligen gegen Cholera und Typhus geimpft, zusätzlich mit Sponsorgeldern Ostheosynthese-Material zur Versorgung von Knochenbrüchen besorgt und wasserdicht verpackt sowie Wasseraufbereitungsanlagen verstaut. Auch die Fluggesellschaft kam den Medizinern entgegen, denn bedingt durch die spezielle Situation dürfen pro Person noch einmal 20 Kilogramm mehr Gepäck mitgenommen werden.

Unter den Helfern im Alter von Mitte 20 bis 71 Jahre, die in der nächsten Woche bis Mitte Dezember ins ihnen zugewiesene Western Leyte Provincial Hospital nach Baybay aufbrechen, sind auch sechs Mitarbeiter des Krankenhauses in St. Ingbert, darunter ein Anästhesist, zwei Chirurgen und drei Pflegekräfte. Schirmherr Clemens Lindemann ist stolz auf sie, zumal der Einsatz selbst unter optimalen Bedingungen schwierig ist. "Wenn es keinen Strom gibt, müssen wir eben mit der Taschenlampe operieren", so Dr. Klemens Bieringer, "da ist Improvisation gefragt, was auch eine Herausforderung für uns alle darstellt."