Im Zickzack zum Ziel

Der Weg ist das Ziel, heißt es ja - allerdings mutet das schon ein bisschen ironisch an, wenn es um das jüngste Hin und Her beim kleinen Pfad hinauf zum Klosterberg geht. Der heißt ausgerechnet noch so, wie sich die Wendungen von Sperrung und Öffnung im letzten Moment treffend charakterisieren lassen: Zickzack-Weg. Und es fällt jetzt angesichts des Namens, der hier Programm ist, schwer, sich das nomen est omen zu verkneifen. Wie auch immer, die Lösung ist gefunden, am Montag darf, wer mag und kann, über die Abkürzung zur Ruine hinaufklettern und oben feiern. Er kann das praktisch angstfrei tun, denn er muss nur "waldtypische Gefahren" fürchten, sagt die Stadt - also, dass er sich am Ast verhakt, dabei die Jacke aufreißt, ausrutscht und sich das Knie aufschlägt oder was man sich darunter vorstellen darf. Klar, die Verantwortlichen müssen sich über Sicherheit Gedanken machen, Sorgfalt setzen die Bürger voraus - und es gibt, kein Witz, auch nachlesbar im Internet mindestens ein Urteil des Bundesgerichtshofs zu dererlei Risiken: Da ging es sogar um einen herabfallenden Ast - und ja, die Folgen können im Einzelfall heftig sein. Aber mal ehrlich, wenn es nicht gerade zur Extremsituation kommt: Wer in den Wald geht, der sollte als erwachsener Mensch wissen, was er tut. Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Keiner will am Ende einen Helikopterstaat, der wie die so bezeichneten Eltern es bei ihren Kindern tun, einen ständig überall überwacht und behütet.

Auf einem ganz anderen Weg hat die Stadtverwaltung übrigens, so scheint es, die Ruhe weg. Das Jahr steigt ins letzte Viertel ein, und beim Haushalt hängt man auf der Strecke fest. In der nächsten Woche ist eine Sondersitzung anberaumt - bleibt zu hoffen, dass hier das Prinzip, der Weg ist das Ziel, nicht zum Tragen kommt.