Alte Fragen werden neu gestellt

Mal angenommen, der St. Ingberter Oberbürgermeister hätte den Beschluss, den der Stadtrat im März des Vorjahres gefasst hat, wirklich als Auftrag an die Verwaltung verstanden. Kurz nach der Haushaltsgenehmigung im Juli 2015 hätte man das Vorhaben ausgeschrieben und die von der Ratsmehrheit gewollten Arbeiten in Auftrag gegeben.

Dann wäre die ehemalige Tischtennishalle an der Gustav-Clauss-Anlage bereits längst abgerissen. Jetzt würde diskutiert, wie der Platz am besten zu einem Stadtpark-Konzept passt. Bekanntlich ist all das nicht passiert. Stattdessen soll nunmehr ein neues Gutachten bei der Tischtennishalle nochmals klären, was das Gebäude noch taugt. Absprachen mit dem Vorbesitzer, genauer Zustand, Kosten für Abriss oder Erhalt, Interesse von Investoren. All das hätte schon bei der Übernahme der Halle 2013, aber spätestens vor dem Abriss-Beschluss im vergangenen Jahr geprüft werden können und müssen. Selbst wer den Abriss mit größter Skepsis sieht, muss einräumen: Hier werden alte Fragen einfach neu gestellt. Und auch wenn sich der Zustand der Tischtennishalle in den Jahren ihres Leerstandes vielleicht weniger verschlechtert hat als befürchtet, besser geworden ist er nicht. Bleibt der Einwand, dass man durch reifliches Überlegen noch zu neuen Erkenntnissen kommen kann und die durch ihre Konstruktion zugegebenermaßen besondere Tischtennishalle vielleicht doch noch bei einem risikofreudigen Investor Phantasien weckt. Doch das Warten ist trügerisch. Wenn man die Weisheit, dass man jeden Tag schlauer werden kann, zum Gestaltungsprinzip erheben würde, wären alle Entscheidungen immer vorläufig und nichts endgültig. Aus Worten würden niemals Taten.