Ärger um Weg auf den Klosterberg

Zunächst sah es so aus, als ob der Zickzack-Weg zum Klosterberg auch beim Weinfest am Tag der deutschen Einheit gesperrt bleiben würde. Das stieß Wörschweilers Ortsvorsteher übel auf, schließlich sei der Pfad gerade bei Familien beliebt. Am Ende gab's eine Lösung.

Sonne, Wein, gute Stimmung und eine beeindruckende Aussicht. Das Weinfest lockt, besonders bei gutem Wetter, die Menschen scharenweise auf den Klosterberg. Und wer dort hinauf möchte, der muss durch den Wald. Für viele ist der Aufstieg ein fester Bestandteil des Ausflugs. Und es gibt einen Weg, der als kleines Abenteuer geschätzt wird, berichtet Wörschweilers Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger.

Es sei ein Pfad, den schon die Mönche nutzten, eine Abkürzung, die so beschaffen ist, wie sie auch gerne genannt wird: Zickzack-Weg. Nun wird am Montag, 3. Oktober, wieder auf dem Klosterberg gefeiert, und er bekomme, so Nesselberger, seit einiger Zeit immer wieder Anrufe von Menschen, die fragen, ob der besagte Weg denn offen sei. Gerade Familien mit Kindern schätzten diesen etwas spannenderen Aufstieg. Es sah ganz danach aus, als ob er all diejenigen enttäuschen müsste, denn: Der Pfad war gesperrt und sollte es auch bleiben, da die Stadt hier Gefahren sah. Das wiederum stieß Nesselberger übel auf, denn der Weg war bereits im Juli abgeriegelt worden und zwar deswegen, da er die Verwaltung gebeten habe, dies zu tun, da dort ein Baum quer gelegen habe. In der Folge sei der Weg allerdings hergerichtet worden, eine Stufe sei eingesetzt worden, sogar das Laub habe man weggeblasen. Trotzdem sollte die Sperrung aufrecht erhalten werden. Nesselberger sah darin keinen Sinn. Die Begründung der Stadt lautete: Das Risiko durch gefährliche Bäume habe sich durch die Trockenheit noch erhöht. Daher bleibe der Pfad auch am Festtag zu. Das wiederum wollte Nesselberger so nicht stehen lassen, und er konterte: Dann habe man das aber überall, denn es beträfe auf diese Art alle Waldwege. Er habe dann dafür plädiert, dass sich eine Fachbehörde vom Forst das Ganze noch einmal vor Ort ansehen soll, berichtete Nesselberger weiter - er sei hartnäckig geblieben.

So gab es auf den letzten Drücker doch noch eine Lösung. Die Stadt meldete am Freitag, dass der schmale Fußweg durch den Wald für das Weinfest entgegen einer früheren Meldung nun doch genutzt werden könne. Der Stadtforst Blieskastel, mit dem die Stadtverwaltung Homburg zusammenarbeitet, habe "einen gefährlichen Baum gefällt und eine Verkehrssicherungsschau durchgeführt". Das Ergebnis: Der Weg sei wieder frei, weil von diesem Pfad keine höheren Risiken außer den üblichen "waldtypischen Gefahren" ausgingen. Damit sei das Restrisiko gemeint, das jeder Mensch auf sich nehme, der sich im Wald aufhalte, erläuterte Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff. Und weiter: Nachdem eine Arbeitsgruppe der Aquis den Weg in den vergangenen Wochen hergerichtet habe, stehe einer Nutzung nichts mehr im Weg.

Wer am Montag, 3. Oktober, 11 Uhr, auf dem Klosterberg Weinfest feiern möchte, der kann auf diverse Art und Weise dorthin gelangen. Neben dem besagten Zickzack-Weg kann man auch über den asphaltierten Hauptweg von der Ortsmitte aufsteigen. Wer nicht so gut zu Fuß ist, für den fährt ein kostenlosen Shuttle-Bus vom Begra-Parkplatz aus zur Ruine.