Von Lehrlingen und Turnenden

Der Sommer dürfte vorbei sein und die Einbrüche nehmen auch schon wieder zu. Gab es auch einen Lichtblick in der vergangenen Woche? Gab es. Und er kam von höchster Stelle, nämlich vom Aufsichtsratsvorsitzenden von Bosch, von Franz Fehrenbach.

Er nannte nämlich in Homburg die Bosch-Auszubildenden "unsere Lehrlinge ". Das tat gut. Endlich traute sich mal jemand, ein deutsches Wort zu benutzen, das nicht wie eine humpelnde Verlaufsform daherkommt und in den Ohren schmerzt. Ebenso wie all diese künstlich-geschlechtsneutralen Konstruktionen "Studierende" oder "Lehrende". Da muss man sich nur wundern, dass die Vereine dem Druck aus der ideologischen Ecke noch nicht nachgegeben haben und immer noch nicht von "Turnenden", "Schwimmenden" oder "Bogenschießenden" sprechen. Vielleicht auch deshalb, weil diese grammatische Form bedeutet, dass man die ganze Zeit "am Turnen" oder "am Schwimmen" ist, was kein noch so toller Sportler fertig bringt. Da stellt sich die Frage, ob denn Studierende immer und jederzeit "am Studieren" sind. Wobei zwischen Auszubildenden und Studierenden noch ein kleiner Unterschied besteht, nämlich das Wörtchen "zu". Die Azubis sind noch auszubilden, da steht also ein Zwang dahinter. Auszubildende sind Objekte, denen man gefälligst etwas beizubringen hat. Also ganz ehrlich, wenn ich Bosch-Boss wäre, würde ich auch lieber Lehrlinge haben. Das ist wertfrei und bezeichnet Jugendliche, die aus freien Stücken ein Handwerk lernen. Ohne Zwangsbeglückung durch mieses Deutsch.