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SPD fordert Einrichtung eines Frauenhauses in Homburg

Mehr Fälle häuslicher Gewalt : SPD fordert Schutzräume für Frauen in Homburg

Fraktion der Sozialdemokraten im Stadtrat will einen entsprechenden Antrag für ein Frauenhaus in die nächste Sitzung einbringen.

Die Jägersburger Sozialdemokraten setzen sich für Frauenschutzräume in Homburg ein.

Im Ostsaarland gebe es gar keine solcher Schutzunterkünfte für Frauen, doch laut Istanbul-Konvention – das ist die Übereinkunft des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen – müssten im Saarland 132 Plätze zur Verfügung stehen, aktuell seien es 71, führte Ruth Dahl vom SPD-Ortsverein Jägersburg aus. Daher soll die Stadt dafür „Sorge tragen, dass auch wohnortnah in Homburg entsprechende Angebote“ über Träger geschaffen werden, forderte sie.

„Zur Verbesserung der Platzkapazitäten sollten außerdem so genannte „second-stage-Wohnangebote“ zur Verfügung gestellt werden, so Teresa Stolz-Fernandez. Diese sind gedacht für Frauen, die ausreichend stabil sind, um nach einem Frauenhausaufenthalt mit ihren Kindern in eine eigene Wohnung einzuziehen. Hier erhalten sie „übergangsweise ambulante Betreuung und Unterstützung, die die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben erleichtern sollen“, erläuterte sie

Häusliche Gewalt und insbesondere Gewalt gegen Frauen sei ein strukturelles Problem. Jede vierte Frau in Deutschland wurde schon einmal Opfer von Gewalt durch ihren Partner oder Expartner beziehungsweise Mann oder Exmann. Neben dem Bund und den Ländern müssten auch die Kommunen ihrer Aufgabe nachkommen.

Von Januar bis Juni vergangenen Jahres seien 1213 Personen der häuslichen Gewalt beschuldigt worden, habe das Justizministerium im Juli 2020 in Saarbrücken mitgeteilt. Im Vergleichszeitraum von 2018 hatten noch 1149 Beschuldigte in der Liste gestanden, ein Jahr zuvor waren es 1147 (wir berichteten).Laut Auskunft der Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Saarland, als Träger von dreien der vier saarländischen Frauenhäuser hätten im Zeitraum von Januar bis April 2020 insgesamt 26 Frauen wegen Vollbelegung nicht aufgenommen werden können. Die Zahl der mit betroffenen Kinder werde in diesen Fällen nicht dokumentiert.

„Vieles deutet darauf hin, dass die Corona-Pandemie die Situation weiter verschärfen wird. Ausgangssperren, wachsende finanzielle Existenzängste und das Leben in ungewohnter Enge spitzen die Lage zu. Die Anzahl der Anrufe beim Hilfetelefon ,Gewalt gegen Frauen’ ist im Jahresvergleich mit einem Plus von 25 Prozent auffällig gestiegen. Gleichzeitig ist es für betroffene Frauen noch schwieriger geworden, sich Hilfe zu suchen und ihre Flucht (Auszug) vorzubereiten“, erläutert der Vorsitzende der Homburger SPD-Stadtratsfraktion, Wilfried Bohn. Die SPD-Ratsfraktion Homburg werde den Antrag im nächsten Stadtrat einbringen, kündigte er an.