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Homburg: Geld fürs Homburger W-Lan-Netz

Homburg : Geld fürs Homburger W-Lan-Netz

Die Kreisstadt erhält 15 000 Euro EU-Fördergelder zum Aufbau eines freien Internet-Zugangs an öffentlichen Plätzen.

Es ist ja nicht so, als wäre das Thema „mobiler Internetzugang“ eines, hinter dem man in Deutschland einen Haken für „erledigt“ machen könnte. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass der derzeitige Standard LTE (4G) alles andere als flächendeckend vorhanden ist – und mit 5G steht schon ein neuer Standard in den Startlöchern. Vor diesem Hintergrund ist jede Initiative, die den mobilen Zugang zum Internet und zu Kommunikationsnetzen für die Menschen verbessert, eine, die man gerne sieht.

Eine dieser Initiativen ist das EU-Programm „Free WiFi for Europeans“, kurz „WiFi4EU“. Dahinter steckt ein Plan, den EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker so beschrieben hat: „Wenn der Netzausbau allen zugute kommen soll, heißt das auch, dass es keine Rolle spielen darf, wo man lebt oder wie viel man verdient. Wir schlagen deshalb vor, bis 2020 die wichtigsten öffentlichen Orte jedes europäischen Dorfes und jeder europäischen Stadt mit kostenlosem W-Lan-Internetzugang auszustatten.“ Dafür will man in Brüssel 120 Millionen Euro bereitstellen. Zunächst gehe es dabei um die Installation modernster W-Lan-Technologie in den Zentren des öffentlichen Lebens – so die Europäische Kommission auf der eigens für das Projekt eingerichteten Internetseite „www.wifi4eu.eu“.

Ausgeschüttet wird das Geld über Gutscheine und nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Und hier hat die Homburger Stadtverwaltung fix reagiert, sich rechtzeitig um eine Tranche von 15 000 Euro beworben und wurde am 11. Dezember über die erfolgreiche Teilnahme informiert. Neben Homburg haben auch Kirkel, Nalbach, Mettlach, Riegelsberg, Heusweiler, Weiskirchen und Illingen schnell geschaltet und sich je 15 000 Euro aus dem Förderprogramm gesichert.

Insgesamt hatten sich über 13 000 Kommunen aus der gesamten Europäischen Union für das Programm beworben, davon erhielten 220 in Deutschland den Zuschlag. „Dass wir es durch schnelles Handeln geschafft haben, zu diesen Kommunen zu gehören, ist für die Homburger Bürgerinnen und Bürger, wie auch für die Touristen, sehr erfreulich“, so Dagmar Pfeiffer, die Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing. In der Stadtverwaltung ist man sich sicher, mit der Finanzspritze aus Brüssel die Attraktivität der Stadt als Wohnort, als Wirtschaftsstandort und als Tourismus-Ziel weiter zu steigern. Pfeiffer: „Eine Versorgung öffentlicher Plätze und touristischer Ziele mit kostenfreiem W-Lan kann bewirken, dass die Verweildauer der Menschen dort steigt und diese Bereiche öfter frequentiert werden.“

Nun muss aber die Frage beantwortet werden, wo man im Stadtgebiet die 15 000 Euro in so genannte Hotspots für den Zugang zum Internet investieren wird. Da hat Pfeiffer schon eine Idee. „Insbesondere das für einen Ausbau mit EU-Mitteln vorgesehene Naherholungsgebiet Jägersburg könnte durch ein W-Lan-Netz weiter an Anziehungskraft gewinnen und den Besuchern dort eine schnelle und kostenlose Datenversorgung bieten.“ Über diesen möglichen Standort hinaus, so Pfeiffer, müsse man nun diskutieren, wo weitere Einsatzmöglichkeiten im Stadtgebiet lägen.

Organisatorisch hat Homburg die Aufgabe, eben den oder die Standorte für die EU-Hotspots auszuwählen. Danach muss das Projekt ausgeschrieben werden. Alle Abrechnungen erfolgen direkt zwischen der EU und dem beauftragten Unternehmen, die Stadt selbst ist für die Einhaltung der EU-Vorgaben verantwortlich. Was bei Förderungen seitens Dritter natürlich nicht ganz unerheblich ist, ist die Frage, ob und welche Folgekosten anstehen. Hier spricht man in der Verwaltung von „geringen Kosten“, die sich aus den Mitteln für den Betrieb der Hotspots ergäben.

Was für Nutzer des EU-W-Lans nicht ganz uninteressant sein dürfte: Wer sich einmal registriert hat, kann das Angebot europaweit nutzen. „Auf unkomplizierte Art wäre somit auch unterwegs in Deutschland oder während des Urlaubs in anderen europäischen Ländern eine kostenfreie Datenversorgung möglich“, blickte Dagmar Pfeiffer in die Zukunft. Und bis wann wird man in Homburg auf „WiFi4EU“ zugreifen können? Einen genauen Termin gibt es noch nicht, allerdings muss in den Kommunen, die nun einen Zuschlag erhalten haben, das Projekt innerhalb der nächsten 18 Monate abgeschlossen sein.