Die Ausstellung „Echt krass“ ist am Johanneum in Homburg zu sehen

Ausstellung „Echt krass“ am Johanneum : Jugendliche stark machen gegen Grenzverletzung und Gewalt

Die Ausstellung „Echt krass“ ist derzeit am Gymnasium Johanneum zu sehen. Entwickelt wurde sie vom Institut für Gewaltprävention „Petze“.

„Echt krass“ – aber auch „echt wichtig“ fanden die Schüler des Gymnasiums Johanneum die Ausstellung, die seit dem 22.­Oktober in der Schule zu sehen ist. Sie richtet sich an die Klassenstufen sieben bis neun und bleibt hier noch bis zum 8. November aufgebaut. Die Ausstellung „Echt krass“ thematisiert die Prävention gegen sexuelle Gewalt im Jugendalter und wurde vom Institut für Gewaltprävention „Petze“ entwickelt.

Ansprechpartner für Schulen und Begleiter ist das Institut „Nele“ in Saarbrücken, das Beratungen und Prävention gegen sexuelle Ausbeutung von Mädchen anbietet. Von diesem wurden die Lehrer des Johanneums in das Konzept der Ausstellung und die Erkenntnisse aus Beratungsarbeit und Studien eingeführt. Gerade die Zeit des Jugendalters, in der sich Jugendliche neu orientieren müssen, so eine Mitarbeiterin von Nele, sei eine sehr sensible Phase, in der sexuelle Grenzverletzungen weitreichende Folgen für die weitere Entwicklung haben.

Daher sei das Ziel des interaktiven Mitmachparcours „Echt krass“, Jugendlichen zu vermitteln, dass sie nichts hinnehmen müssen, was ihre eigenen Grenzen überschreitet. Sie erfahren, dass sie Anspruch auf Schutz und Hilfe haben, und lernen, wie sie sich gegen verbale oder körperliche Gewalt wehren können. Dabei ist der Bereich sexueller Übergriffe unter Jugendlichen weit gespannt und reicht von abwertenden Blicken über verbale Aggression und „Angrabschen“ bis hin zur Vergewaltigung.

In fünf Stationen informieren jeweils drei Wände und ein Erfahrungsraum im Inneren der Station zu verschiedenen Themen.

An der Station „sex sells“ konnten die Schüler beispielsweise für sich klären, wo für sie die Grenze zum Sexismus – auch bei Cybermobbing – verläuft. Für Schulleiter Oliver Schales ist es besonders wichtig, „dass unsere Kinder und Jugendlichen für Diskriminierungen, Hassreden und sexuelle Grenzverletzungen in den sozialen Medien sensibilisiert werden, und wissen, dass sie jederzeit bei Schulleitung, Lehrern, Schulseelsorger und Schoolworkerin Hilfe suchen können“.

Einen engen Bezug zum Alltag der Mädchen und Jungen hatte die Station „trial & error“, bei der sie die Wirkung von Flirt- und Anmachsprüchen testen und bewerten konnten.

Eindrückliche Erfahrungen wurden auch in den Innenräumen der Stationen vermittelt. Achtklässlerin Anna erzählt, wie sie im Inneren eines Kastens von vielen Händen überrascht wurde. „Das Gefühl, angefasst zu werden, ist nicht so toll, wenn man es nicht will.“

Wie groß der Gruppendruck unter Gleichaltrigen ist, wird in der Station „love & hate“ aufgegriffen. Aus Angst, selbst zur Zielscheibe von Spott zu werden oder den Platz in der Gruppe zu verlieren, beteiligen sich Jugendliche an Grenzverletzungen oder nehmen sie hin. Dass Kinder verbale und körperliche Gewalt häufig auch durch Menschen erfahren, denen sie vertraut haben, berührte drei Schülerinnen sehr.

Als hilfreich erachteten die Schüler auch die Station „law & order“, bei der sie die Gesetzeslage bei sexuellem Missbrauch kennen lernten und erfahren konnten, welche Rechte sie haben und wo sie Hilfe bekommen.

Die Arbeit am Thema wird sich in den nächsten Wochen im Schulalltag fortsetzen, denn im Unterricht sollen Fragen der Schüler aufgegriffen und die Themen der Ausstellung vertieft werden.

Die Ausstellung "Echt krass" ist derzeit am Homburger Gymnasium Johanneum zu sehen. Foto: Oliover Schales/Oliver Schales

www.johanneum-homburg.de

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