Info vom Bockbieranstich: Karlsberg-Stern soll Comeback feiern

Info vom Bockbieranstich : Karlsberg-Stern soll Comeback feiern

Wie Unternehmenschef Christian Weber beim Bockbieranstich vor geladenen Gästen erklärte, soll der Stern wieder das Produktdesign der Karlsberg-Biere prägen.

Ohne Zweifel, der traditionelle Bockbieranstich der Karlsberg-Brauerei für geladene Gäste am Mittwochabend präsentierte sich in vielerlei Hinsicht im neuen Gewand: Zurückgekehrt ans große Festzelt am Homburger Forum sind augenscheinlich die Zeiten vorbei, in denen diese Veranstaltung eher einem verspäteten Oktoberfest geähnelt hat. Von der ersten Minute an füllte Rockmusik – von Heart bis Journey – das Zelt, das sich in seinem Lichtdesign ausgesprochen modern präsentierte. Lichtinstallation im Zelt, am Zelt und auf dem Weg dahin, sorgten zudem für einen sehr eigenständigen Charakter.

Endgültig vorbei auch die Zeiten, in denen Brauerei-Chef Christian Weber in seiner Präsentation vor allem viele Zahlen zum Unternehmensverbund nannte. Stattdessen gab es aus seinem Mund vor allem eines: Den Transport eines Gefühls, wohl durchaus im Sinne eines Aufbruchs zu verstehen, verbunden aber auch mit einer Rückbesinnung auf Vergangenes. Sinnbildlich hier: Die Ankündigung der Wiederkehr des traditionellen Karlsberg-Sterns als zentrales Markenzeichen und die Renovierung und Umwidmung der Alten Schlosserei der Brauerei zum multifunktionalen Veranstaltungsort, ganz in der Tradition des Schalanders.

Eben die Restaurierung der Alten Schlosserei stand zu Beginn des Abends im Mittelpunkt – als Mitarbeiter aus einigen Bereichen des Unternehmens als Teil der offiziellen Begrüßung der Gäste schilderten, warum sie sich abseits der täglichen Arbeit dazu entschlossen hatten, hier aktiv mitzuarbeiten. Stellvertretend Marvin Müller, Mitarbeiter im Bereich Gastronomievertrieb und Getränke-Fachgroßhändlerbetreuung: „Wir sind oft draußen und weiter weg unterwegs. Und wir erzählen immer, wie toll es im Saarland und generell in unserer Karlsberg-Brauerei ist. Jeder Prediger braucht aber seine eigene Kirche. Und deswegen war es ein großes Vergnügen, an dieser Gestaltung mitzuhelfen – weil wir nun dort einen Raum für alle haben.“

Nach einem Grußwort des Homburger Bürgermeisters Michael Forster (CDU) und dem traditionellen Fassbieranstich griff Christian Weber eben das Konzept der Alten Schlosserei als Kernstück einer deutlicher auch nach außen gerichteten Unternehmensphilosophie auf: „Wir haben Ihnen in den vergangenen Jahren viele Videos darüber gezeigt, was wir draußen bei den Kunden machen – in der Gastronomie, in der Homburger Braunacht, zum ersten Mal in diesem Jahr bei der St. Wendeler Braunacht, bei Rocco del Schlacko.“ Nun sei das Ziel, die Brauerei, so Weber, zu öffnen, „die Brauerei zu Eurer Brauerei zu machen.“ Dafür sei die Alte Schlosserei nun zentrales Element.

Weber ließ auch in die Zukunft blicken, als er ankündigte, den klassischen Karlsberg-Stern wieder ins Zentrum des Produktdesigns zu rücken. Verbunden sei damit der Wunsch des Unternehmens, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen – symbolisiert durch den grafisch gefassten Menschen und sein Fass inmitten des Karlsberg-Stern-Logos. „Sterne gibt es viele. Es gibt aber nur den einen Karlsberg-Stern mit diesem Menschen in der Mitte, der dieses Fass bewegt. Und das ist ein ganz entscheidender Punkt.“ Denn, so Weber, in der Brauerei arbeiteten 1200 Mitarbeiter in ganz unterschiedlichen Bereichen, „deswegen ist es auch nicht richtig, nur über die Brauer zu reden. Dieser Stern ist ein Menschenstern und steht dafür, woran wir glauben – nämlich, dass die Menschen all das, was Sie heute hier sehen, durch ihre Ideen und durch ihre Kreativität erschaffen und Wirklichkeit werden lassen.“ Der Stern sei dabei aber kein Retro-Konzept, „er ist die DNA unseres Unternehmens“. So werde man ihn in der Zukunft deutlicher in den Vordergrund stellen. „Das ist alles noch in der Entwicklung und alles noch ganz geheim“, scherzte Weber vor den rund 600 Gästen im Zelt, „also bitte keine Fotos machen, niemandem weitererzählen! Da wird noch dran geschraubt und gearbeitet – persönlich glaube ich aber, dass man da schon weiter ist als bei der E-Mobilität.“ Da gab‘s laute Lacher im Saal. Danach konnten sich die Gäste dann per kurzem Video-Film einen ersten Eindruck davon verschaffen, wie das neue Design aussehen könnte.

Die Präsentation Webers am Mittwochabend, eben weitestgehend ohne Zahlenwerk, sollte vor allem viel von der Philosophie des Unternehmens im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern und den Menschen draußen vor dem Werkstor vermitteln. Christian Weber formulierte das Ziel, nicht nur zwischen den Zeilen, so: Es gehe darum, nach außen zu tragen, warum und wie man als Unternehmen das tue, was man tue. „Ich glaube, es ist der einzige Weg die Menschen mitmachen zu lassen, unsere Zukunft mitgestalten zu lassen.“

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