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40 Jahre Naturschutzbund Altstadt

Jubiläum ohne Feier : Altstadter Naturschutzbund ist 40 Jahre alt

Im Mai 1980 wurde der rührige Verein gegründet. Die Corona-Pandemie erlaubte aber keine Jubiläumsveranstaltung. Die Arbeiten des Nabu laufen indes unvermittelt weiter.

Allen Corona-Widrigkeiten zum Trotz fanden beim Naturschutzbund Altstadt beinahe alle Arbeitseinsätze statt. Eine über 4000 Quadratmeter große Blühfläche wurde geschaffen, und dass obendrein ein Storchenpaar im zweiten Jahr hintereinander erfolgreich im Ort Nachwuchs großzog, war beim Nabu ein besonderer Höhepunkt des vergangenen Jahres. Einiges blieb jedoch auf der Strecke: Eigentlich sollte das 40-jährige Bestehen des Umweltverbandes gefeiert werden, aber die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen ließen keine Jubiläumsveranstaltung zu. Auch alle Exkursionen und Vorträge wurden abgesagt.

Im Mai 1980 war das heute nicht mehr existierende Gasthaus „Zur Neustadt“ von Robert Naumann Schauplatz der Gründung. „Deutscher Bund für Vogelschutz (DBV)“ lautete seinerzeit die Bezeichnung der Organisation, die später in Naturschutzbund (Nabu) umbenannt wurde. Aus den rund 40 Gründungsmitgliedern sind inzwischen rund 500 geworden, und seit gut zehn Jahren ist der Altstadter Nabu als eigenständiger Verein im Vereinsregister eingetragen.

Von Anfang an galt dem Flächenerwerb besonderes Augenmerk: Auf eigenen Grundstücken unterschiedlichste Maßnahmen umzusetzen, gilt nach wie vor als beste Methode, Naturschutz nachhaltig zu betreiben. Inzwischen nennt der Verein rund acht Hektar Grund und Boden sein Eigen. Im Jubiläumsjahr kamen noch einmal fast 6000 Quadratmeter hinzu – dank eines Fördertopfs, den Vorstandsmitglied Dieter Geib aufgetan hatte. Aus dem Blühflächenprogramm des Nabu-Bundesverbandes wurde dieses 10 000-Euro-Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Landwirt Dieter Körner realisiert wurde, bezuschusst. In unmittelbarer Nachbarschaft zum ehemaligen Naturschutzgebiet „Höllengraben‟ gelegen, summte und brummte es im letzten Sommer, was das Zeug hielt. Zusätzliche Blühflächen sollen in diesem Jahr hinzu kommen.

Obwohl die beiden letzten Sommer extrem trocken waren, wächst und gedeiht der „Mittelwald‟ prächtig. Von 2016 an wurden mehr als 1000 Hainbuchen gepflanzt. Ziel der Aktion, die auf die Initiative des stellvertretenden Vorsitzenden Patric Heintz zurückgeht, ist die Schaffung eines ganz besonderen und seltenen Biotops: Unter alten Eichen entsteht im Verlauf von wenigen Jahren ein schier undurchdringliches Dickicht, das vielen Tieren Lebensraum bietet und zudem einen Mosaikstein im Klimaschutz darstellt – die Bäume speichern schließlich Kohlendioxid. Zunächst aber müssen die Buchen jedes Jahr freigeschnitten werden, bis sie „aus dem Gröbsten heraus sind‟.

Stets mit sicherem Abstand wurden Arbeitseinsätze wie dieser absolviert. Ob es der Teich auf dem „Rübenköpfchen“ war, der gepflegt wurde, Kopfweiden „geschneitelt“ oder Heckensäume entlang von Feldwegen zurückgeschnitten wurden – coronakonform ging alles über die Bühne. Erst jüngst galt es, Abflusshindernisse und jede Menge Müll aus dem Wäschbach zu entfernen. Alter Weidedraht, der sich teilweise im Bachlauf verfangen hatte, wurde dabei „entsorgt“. Dabei konnte man Hannes Sand zuschauen, wie er das Relikt aus der Landwirtschaft in stoischer Ruhe stundenlang in kleine Stücke zerschnitt, so dass man alles endlich abtransportieren konnte. Viel Arbeit machte auch die Krötenrettung, für die der Nabu jedes Frühjahr im Taubental sorgt – zusammen mit den Ortsgruppen aus Homburg und Blieskastel wurde zuletzt dafür Sorge getragen, dass es einer „Rekordzahl“ von mehreren Tausend Amphibien zur Fortpflanzung schafften, ohne unter die Räder zu kommen.

Nächster Termin: 150 Nistkästen gilt es zu kontrollieren, zu säubern oder auch zu reparieren. Quer über die Altstadter Gemarkung verteilt, ist dieser Arbeitseinsatz seit der Gründung vor vier Jahrzehnten jedes Jahr fester Bestandteil der Vereinsarbeit.