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Landesregierung berät sich mit Experten über Corona-Lage im Saarland

Expertengespräch : Saar-Regierung will hohe Corona-Zahlen ergründen

Die hohen Corona-Infektionszahlen im Saarland geben Rätsel auf – denn die Entwicklung verläuft gegen den Bundestrend. Nun ergründet die Regierung gemeinsam mit Experten die Ursachen.

Die saarländische Landesregierung berät sich an diesem Freitagmittag mit Experten über die hohen Corona-Infektionszahlen im Saarland. Das bestätigte Regierungssprecher Alexander Zeyer auf SZ-Nachfrage. Er betonte, dass heute keine neuen Maßnahmen beschlossen werden sollen. Die Videokonferenz diene einzig dem Informationsaustausch, um die Ursachen für die derzeit negative Entwicklung in dem Bundesland zu ergründen. Teilnehmen werden neben den Regierungsmitgliedern und den Staatssekretären unter anderem auch die Homburger Virologen Dr. Sigrun Smola und Dr. Jürgen Rissland sowie der Pharmazie-Professor Dr. Thorsten Lehr von der Universität des Saarlandes. Letzterer erstellt mit seinem Team regelmäßig Rechenmodelle für die weitere Entwicklung der Pandemie.

Gegen den Bundestrend ist die Zahl der Neuinfektionen im Saarland in den vergangenen zwei Wochen wieder gestiegen. Lag die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner am 22. Januar noch bei 109,6, so vermeldete das saarländische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend einen Wert von 124,4.

Zum Vergleich: Für ganz Deutschland bezifferte das Robert-Koch-Institut (RKI) die Inzidenz am Freitagmorgen bei 79,9. Der Zielwert für eine gute Nachverfolgbarkeit der Infektionen liegt bei 50. Laut Lehr ist das Saarland derzeit das einige Bundesland mit einem R-Wert über 1 – am Mittwoch lag er bei 1,06. Das heißt: Statistisch gesehen stecken 100 Infizierte 106 Personen an.