Vom Kampf zum Sport

Heiligenwald. Der heutige Ortsvorsteher von Heiligenwald, Rüdiger Zakrzewski, hat 1972 den dortigen Karateclub ins Leben gerufen. Benannt ist der Club nach Arthur Hisatake, einem der Pioniere, die für die Popularität von Karate in Deutschland verantwortlich sind. Karate ist ein Kampfsport, dessen Ursprünge bis etwa 500 Jahre nach Christus zurückreichen

Heiligenwald. Der heutige Ortsvorsteher von Heiligenwald, Rüdiger Zakrzewski, hat 1972 den dortigen Karateclub ins Leben gerufen. Benannt ist der Club nach Arthur Hisatake, einem der Pioniere, die für die Popularität von Karate in Deutschland verantwortlich sind. Karate ist ein Kampfsport, dessen Ursprünge bis etwa 500 Jahre nach Christus zurückreichen. Chinesische Mönche, die keine Waffen tragen durften, entwickelten aus gymnastischen Übungen eine spezielle Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Diese galt auch als Weg der Selbstfindung und Selbsterfahrung. Als Sport ist Karate relativ jung. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts entstand in Japan aus der traditionellen Kampfkunst ein Kampfsport mit eigenem Regelwerk. "Es ist eine sehr vielseitige Sportart mit langer Tradition, die der Selbstverteidigung und der Stärkung des Selbstbewusstseins dient. Die Philosophie, die dahinter steckt, zieht sich durch das gesamte Trainingsprogramm. Die Katas, so nennt man genau festgelegte Angriffs- und Abwehrtechniken, sind seit Jahrhunderten unverändert", erklärt Manfred Schlicher, seit 20 Jahren Vorsitzender des Clubs. Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Entspannungstechniken, Atemübungen und Meditation werden bei Karate miteinander vereint. In Heiligenwald können Kinder ab 6 Jahren mit dem so genannten Multimedia-Karate einsteigen, bei dem etwa zwei Drittel des Trainings auf allgemeine sportliche Übungen ausgelegt sind.Ab zirka 11 Jahren wird dann stiloffenes Karate im Training intensiviert. Die Farbe der Gürtel, die von den Karatekas getragen werden, ändert sich mit dem Bestehen bestimmter Prüfungen. Alle beginnen mit dem weißen Gürtel und steigern sich dann bis zum schwarzen. Danach folgen Prüfungen, die zum Tragen des 1. bis 10. Dans berechtigen. Mit seinem 5. Dan darf sich Manfred Schlicher zu einem erlesenen Kreis zählen. "Den 10. haben weltweit nur wenige erreicht. In Deutschland gibt es 3 Personen, die den 9. Dan tragen. Ich habe mich auf meine Prüfung 6 Monate intensiv vorbereitet." Über mangelnden Nachwuchs muss man sich beim Karateclub Hisatake keine Sorgen machen. "Es gab bereits vor etwa 15 Jahren einen Boom in Deutschland, und aktuell erfahren wir wieder sehr großen Zuspruch. Sicherlich hängt das auch mit dem medialen Interesse in Sachen Zivilcourage zusammen", sagt Geschäftsführerin Monika Schlicher. Nicht nur bei den Karate-Saarlandmeisterschaften, die im Januar in Heiligenwald ausgetragen wurden, gingen etliche Titel an die dortigen Sportler. Mit Christina Hoffmann gehört sogar ein Mitglied der Nationalmannschaft zum Verein. Auch der amtierende deutsche Meister Oliver Contier trainiert beim Hisatake. Die Schreie, die von den Karatekas ausgestoßen werden, nennen sich übrigens Kiai. Sie sollen helfen, die körperliche und die mentale Energie zu bündeln. "Ich lebe gern in Schiffweiler, weil mein Lebensmittelpunkt und meine Arbeitsstelle, das Reisebüro Hürter, hier sind. Viele nette Leute sowie Kundschaft machen das Leben angenehm in Schiffweiler."Ralf Hürter, 29

Auf einen BlickBeim Karateclub Hisatake gibt es kein spezielles Kurssystem. Das hat den Vorteil, dass Anfänger zu jeder Zeit einsteigen können. Das Training findet montags, mittwochs, donnerstags und freitags unter Anleitung von ausgebildeten Trainern statt. Trainiert wird in der Sachsenkreuzhalle in Heiligenwald, in der Mühlbachhalle in Schiffweiler und in der Lindenhalle in Stennweiler. Die Trainingszeiten sind übers Internet zu erfahren. Für Fragen steht auch Familie Schlicher gerne bereit, Telefon (0 68 21) 6 44 03. pra

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