Fünfter Dan für Manfred Schlicher

Fünfter Dan für Manfred Schlicher

Schiffweiler/Heiligenwald. Manfred Schlicher aus Schiffweiler weiß eigentlich alles über die Kampfsportart Karate, dass es sich um eine in Japan entwickelte Selbstverteidigungstechnik handelt, auf Tritt- und Schlagvarianten basiert. Doch im sportlichen Wettkampf sind nur Scheinangriffe erlaubt

Schiffweiler/Heiligenwald. Manfred Schlicher aus Schiffweiler weiß eigentlich alles über die Kampfsportart Karate, dass es sich um eine in Japan entwickelte Selbstverteidigungstechnik handelt, auf Tritt- und Schlagvarianten basiert. Doch im sportlichen Wettkampf sind nur Scheinangriffe erlaubt. Man setzt zum Schlag oder Fußtritt an, unterbricht aber die Attacke Zentimeter vor der anvisierten Kopfpartie. Was die Kampfrichter dann mit Punkten würdigen. Es sei denn, es kommt zum Kontakt. Manfred Schlicher: "Letzteres ist der Beweis dafür, dass der Karateka trainieren muss, um die Philosophie, die der Sportart zu Grunde liegt, die Selbstkontrolle, auf der Matte umzusetzen."

Nun wurde der 58-Jährige auf Vorschlag des Saarländischen Karate-Verbandes mit dem fünften Dan, einem hohen Leistungsgrad auf der bis zehn reichenden Skala, ausgezeichnet. Doch bevor es so weit war, musste er ein Karate-spezifisches Thema schriftlich ausarbeiten. Erst wenn die Bundesprüfungskommission diese positiv bewertet, kommt es zum zweiten Teil der Prüfung. Dabei sind zwei Kata aus verschiedenen Stilrichtungen, eine in der am häufigsten gepflegten und auch bei Hisatake Heiligenwald ausgeübten, dem Shotokan, und eine andere aus den insgesamt 20 Stilrichtungen vorzuführen. Manfred Schlicher übersprang diese Hürden gekonnt.

Der Schreinermeister arbeitet seit 26 Jahren bei Möbel Morschett in Differten als technischer Betriebsleiter. Kontinuität zeichnet ihn auch im Privaten aus. 1974 trat er dem Heiligenwalder Karateclub Hisatake bei.

Schwierige Prüfungen

Ihn faszinierten die damals aufkommenden Kungfu-Filme. Weshalb er sich anstatt dem Ringen dem Karate zuwendete. Drei eigene, später zig Landestitel und auch Deutsche Meisterschaften mit Sportlerinnen und Sportlern von Hisatake, den er seit Ende der 1980er Jahre als Vorsitzender führt, konnte der bescheidene Sportsmann bis heute feiern. Zuletzt die Erfolge des Aushängeschildes seines Vereins Hoffmann, die der deutschen Nationalmannschaft und der Sportfördergruppe der saarländischen Polizei angehört.

Seit 1988 ist er Cheftrainer von Hisatake, seit 2000 Landestrainer Kumite der Saarauswahl U18 und Lehrreferent. Und wer Manfred Schlicher kennt, der kennt auch seine Frau Monika. Auch sie steht für Schlichersche Kontinuität, ist mit ihm seit 25 Jahren verheiratet, seit 30 Jahren Geschäftsführerin ihres Lieblingsvereins, seit 20 Jahren Landesfrauenreferentin und seit acht Jahren Beisitzerin im Landesausschuss "Frauen im Sport". rp

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