Tuten für die Herren Balletteusen

Landsweiler-Reden. Zwar setzten beim achte Männerballett-Tanzfestival des Karneval- und Kulturvereins KKV Landsweiler-Reden die Herren der Schöpfung die "künstlerischen" Akzente, aber dass dieses närrische Spektakel maßgeblich auch von Frauen geprägt wurde, sollte an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt werden

Landsweiler-Reden. Zwar setzten beim achte Männerballett-Tanzfestival des Karneval- und Kulturvereins KKV Landsweiler-Reden die Herren der Schöpfung die "künstlerischen" Akzente, aber dass dieses närrische Spektakel maßgeblich auch von Frauen geprägt wurde, sollte an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt werden.Denn die beiden Stewardessen, die durch diesen herrlich verrückten Abend führten, animierten die begeisterten Zuschauer in der proppenvollen Klinkenthalhalle immer wieder zu Beifallsbekundungen der besonderen Art, zu La-O-La-Wellen von der Bühne bis hin zur besprossten Rückwand des Kulturtempels. Und sie überprüften auch schon mal, ob hier nicht Frau statt Mann tanzte. Sandy Stachel und Sabine Bechtel, die mit Wortwitz und Charme daher kamen, trugen ihren Teil zu fünf köstlichen Stunden Ausgelassenheit bei.

Fünfköpfige Jury

Und auch die fünfköpfige Jury, ebenfalls nur mit Frauen besetzt, beurteilte die Leistungen auf der Bühne, wie sie überwiegend auch vom Publikum bewertet wurden. Noch Etwas: Die Samstag beim KKV tanzenden "Elfen" werden ausschließlich von Frauen trainiert. Die "ihren Männern" sagen, wie sie wann und wo dieses oder jenes tänzerische Element bühnenwirksam einbauen sollen. So viel zur Einflussnahme der Frauen bei einem Festival, das der KKV als erster Karnevalverein des Landes vor Jahren inszenierte.Stimmung pur verbreiteten die Tanzratten auf der Bühne. Es zeigte sich, dass ein dicker Bauch schon lange kein Muss mehr für einen Auftritt ist. Inzwischen hat sich bei fast allen Formationen ein Großteil Sportgeist und Akrobatik durchgesetzt. Grandios die fliegenden Indianer, die der LCV Langendernbach aus dem Westerwald mitgebrachte. 15 drahtige Jungs, die passenden Musikstücke, so schön wurde der Wilde Westen selten dargestellt. Stehende Ovationen. Auch VSK-Präsident Horst Wagner war angetan vom Dargebotenen. Was die Saarbrücker "Mir sin nit so" als römische Legionäre und die legendären Gestalten um Asterix, was die Hüttigweiler Eicherte, Kikaju Merchweiler, HKV Habach, Ukai Uchtelfangen, die Heiligenwalder Flitsch und Heijo Die Scheib Neunkirchen oder außer Wertung die Matrosen des KKV Landsweiler-Reden, allesamt aus dem Kreis Neunkirchen, auf die närrischen Bretter brachten, das wurde meist mit frenetischem Beifall belohnt.

Großer Einfallsreichtum

Dass Siegerehrungen richtig Spaß machen können, dass Konkurrenten durchaus die bessere Platzierung einer anderen Formation beklatschen und die vor ihnen Rangierenden abklatschen, auch das wurde in der Klinkenthalhalle aufgezeigt. Fazit: Männerballetteusen leben den Olympischen Geist nach dem Motto "Dabei sein ist Alles" und genießen mit Gleichgesinnten ihre Version von Narretei. Die zu diesem Spektakel bereits seit Jahren kommenden Zuschauer sowieso.An vorderster Front wieder ein Frau; Christa, die dem obersten VSK-Regionalvertreter Hans Backes Angetraute. Sie zollte jedem Beitrag lustvolles Tuten als höchste Anerkennung.

Auf einen Blick

Die beim Männerballett-Tanzfestival vertretenen Vereine: Gesamtwertung: 1. LCV Langendernbach, 2. "Mir sin nit so" Saarbrücken, 3. Die Blätsch Bexbach, 4. Hilaritas Holz, 5. Die Eicherte Hüttigweiler, 6. Kikaju Merchweiler. Künstlerischer Ausdruck: 1. Ri-Ra-Rutsch Schwalbach, 2. Die Kneijer vom Hoferkopf Bildstock, 3. Die Holzäppel Bübingen. Kostümierung: 1. Humor Merzig, 2. Heijo Hopp Die Scheib Neunkirchen, 3. Dudweiler Carnevalclub. Originalität: 1. Die Flitsch Heiligenwald, 2. Ukai Uchtelfangen. rp