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Laxemfest in Schiffweiler
Zwetschenmus für den sozialen Zweck

Das Schiffweiler Laxemfest sorgt nicht nur für leckeren Brotaufstrich, sondern auch für Spendengeld.
Das Schiffweiler Laxemfest sorgt nicht nur für leckeren Brotaufstrich, sondern auch für Spendengeld. FOTO: Jörg Jacobi
Schiffweiler. Das Schiffweiler Laxemfest lockte die Besucher auch in diesem Jahr aus nah und fern. Rund 1200 Kilo Zwetschen wurden eingekocht. Von Heinz Bier

Es war in jeder Hinsicht rührend, wie sich am Wochenende beim siebten Laxemfest viele freiwillige Helfer in den Dienst einer guten Sache gestellt haben. „Ich bin immer glücklich, wenn ich sehe, wie viele Leute kommen, sich hinsetzen und einfach mitmachen“, war nicht nur Alt-Ortsvorsteher Winfried Dietz angetan von der Hilfsbereitschaft. Auch sein Sohn und Nachfolger im Amt des Ortsvorstehers war beeindruckt. „Viele Leute kommen einfach und helfen, weil es ihnen Spaß macht“, freute sich Dominik Dietz am Donnerstagabend über das große Engagement vieler seiner Mitbürger.


Seit 2006 organisiert der Schiffweiler Ortsrat das Laxemfest, das seither alle zwei Jahre stattfindet. Für die Mehrzahl der örtlichen Vereine ist die Mitarbeit selbstverständlich, Gewerbetreibende und Privatleute unterstützen die Aktion und auch die beiden Kirchengemeinden sind mit im Boot. Schließlich hat das Laxemfest nicht nur eine schmackhafte, sondern auch eine soziale Komponente.

Der Erlös fließt in einen Hilfsfond, mit dem Menschen aus dem Ort geholfen wird, die unverschuldet in Not geraten sind. Rund 20 000 Euro sind so in den letzten Jahren schon zusammengekommen, „3000 bis 4000 Euro werden wohl auch diesmal hängen bleiben“, hoffte am Samstagmorgen der Ortsvorsteher.



Gut 1200 Kilogramm Zwetschen hatte der Ortsrat bei einem regionalen Großhändler eingekauft, eine Hälfte ohne, die andere Hälfte mit Kernen und die wurden am Donnerstagabend im Zelt auf dem Kirchenvorplatz zunächst einmal entsteint. Nebenan waren derweil schon Vereinshelfer dabei, das bereits entkernte Obst in den großen Kesseln zu bearbeiten. Vor ihnen und allen anderen rührigen Helfern lagen jetzt mindestens zwölf Stunden, in denen unentwegt gerührt werden musste, bis das Mus die richtige Konsistenz hat, um es in Gläser abfüllen zu können.

Als erste durften am Freitagmorgen die Schiffweiler Kita-Kinder das frische Produkt probieren, ehe die ersten der 1700 Gläser, die der Ortsrat besorgt hatte, gefüllt und mit Etiketten versehen wurden.

Schon lange, bevor am Freitagmittag der Verkauf begann, standen die Leute Schlange und nicht anders war es am Samstagmorgen.

Doch es waren keineswegs nur Laxemliebhaber aus Schiffweiler. „Die Leute kommen nicht nur aus dem Ort, sondern aus dem gesamten Saarland und sogar aus Rheinland-Pfalz zu uns“, erzählte Dietz. Vier Gläser pro Person hatten die Organisatoren als Höchstmenge festgelegt, „denn sonst kann es passieren, dass selbst einige Helfer von uns am Ende leer ausgehen“, erklärte der Ortsvorsteher. Nach zwei langen Nächten zog Dominik Dietz am Samstagmorgen ein positives Fazit.

„Es war eine gute Sache und wir können sehr zufrieden sein“, meinte der Ortsvorsteher, derweil Ortsratskollege Matthias Jochum den letzten der sechs Laxemkessel bearbeitete und im Zelt die Vorbereitungen für das gemeinsame Mittagessen getroffen wurden. Leckerer Abschluss des dreitägigen Laxemfestes war am Samstag punkt 12 Uhr die von den Schiffweiler Hobbyköchen zubereitete Bibbelchesbohnesupp, natürlich mit frischem Quetschekuche aus dem Ofen eines Schiffweiler Bäckers.