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Fahrbach in Schiffweiler ist renaturiert
Freier Fluss für Bachforelle und Groppe

Der Oberlauf des Fahrbachs ist renaturiert. Wo das Wasser jetzt wieder frei fließt, war vor wenigen Monaten ein künstlicher Teich, das Bachbett war in eine schnurgerade Rinne hineingezwängt.
Der Oberlauf des Fahrbachs ist renaturiert. Wo das Wasser jetzt wieder frei fließt, war vor wenigen Monaten ein künstlicher Teich, das Bachbett war in eine schnurgerade Rinne hineingezwängt. FOTO: Ulrich Heintz
Schiffweiler. Ein Projekt des Naturschutzvorhabens Lik-Nord ist fertig. Der Fahrbach in Schiffweiler hat einen runderneuerten Oberlauf. Kleine Fische können sich dort wieder ganz natürlich bewegen. Von Michael Beer

Durch die hohen Bäume fällt sanftes Sonnenlicht auf die Schilfpflanzen. Der Fahrbach schlängelt sich an dieser Stelle jetzt um eine Mulde, die noch vor ein paar Monaten ein tief ausgegrabener von Bahnschwellen und altem Grubengummi flankierter Weiher war. Hier im Schiffweiler Kobenwäldchen unterhalb von Stülze Hof ist mit Geld des Naturschutzvorhabens Lik-Nord (ausgeschrieben Landschaft der Industriekultur Nord) der Oberlauf des Baches renaturiert worden. Und tatsächlich: Wo zuvor eine schon lange verlassene Hütte mit reichlich Unrat drumherum stand, wo der Bach mit den PCB-haltigen Schwellen in ein enges schnurgerades Bett gezwungen worden war, ist jetzt ein freundlich plätscherndes Gewässer zu erleben. Wer sich die Veränderung anschauen möchte, muss allerdings über Ortskenntnis verfügen. Der kleine Waldweg hinauf auf den Striet ist nur noch abschnittsweise zu erkennen.


Der Natur ist das egal. Zwar gibt es an den Seitenarmen des Fahrbachs noch ein paar kleinere künstliche Tümpel in privater Hand. Es bestehe im Moment wohl wenig Bereitschaft von dieser Seite, wie am Hauptbach wieder einen natürlichen Zustand herzustellen, sagt Uli Heintz, Geschäftsführer von Lik-Nord. Aber das Ziel des Vorhabens sei dennoch erreicht worden. Der Bach mäandert mit Senken, die bei Starkregen einiges Wasser aufnehmen können, talwärts. Kleine Fische und Krebse haben wieder die Möglichkeit, bachaufwärts zu wandern. Von Bachforellen und Groppen spricht Heintz, die sich durchaus in diesem flachen Gewässer aufhalten. Vor einigen Tagen war eine Delegation mit Vertretern von Bund, Land und Experten mit dem Geschäftsführer vor Ort. Heintz: „Diese Rückkopplung haben wir ein Mal im Jahr. Es gab positive Resonanz für das Projekt.“ Um den Fahrbach wieder frei durch das enge Tal fließen zu lassen, hat das Naturschutzgroßprojekt knappe 70 000 Euro investiert.

Mit der Fahrbach-Renaturierung einher geht die „Neuerfindung der Bergmannskuh“. Dort, wo der Fahrbach das Kobenwäldchen verlässt,  haben im vergangenen Jahr Landschaftsgärtner bereits verbuschtes Weideland im Südhang des Strietbergs freigeschnitten. Und auf der anderen Seite des Baches im Tal ist eine große Wiese neu eingezäunt. Die Bergmannskuh (das Projekt will in Anlehnung an die alten Industriezeiten dort wieder Kühe weiden lassen) könnte jetzt schon auf diesen Flächen stehen, berichtet Heintz. Aber der trockene Sommer hat dies verhindert. Derzeit sei schlichtweg zu wenig Grün zum Futtern auf der Fläche. Welche Rinder dort dann im kommenden Jahr stehen werden, ist noch nicht ganz raus. Das müsse mit Hans-Peter Meiser vom Welschbacher Hubertushof, der das Beweidungsprojekt übernimmt, noch endgültig geklärt werden. Heintz hätte gerne Glanrinder oder Vogesenrinder auf den Wiesen unterhalb des Striets.



Auch was den Weg entlang des Fachbach-Oberlaufs betrifft, gibt es einen Plan. Ein „Entdeckerpfad“ war dort bereits im Gespräch. Der könnte vom Ende der Heufahrtstraße an den Wiesen entlang in das Wäldchen und hinauf Richtung Stülze Hof führen, so wie es ihn vor Jahren gab. Ob dieser Wanderpfad aber tatsächlich kommt, sagt Heintz, sei noch nicht geklärt.

Eine Aufnahme während der Umgestaltung im Kobenwäldchen: Links ist noch ein teil der Hütte zu sehen, der künstliche Weiher ist schon abgelassen.
Eine Aufnahme während der Umgestaltung im Kobenwäldchen: Links ist noch ein teil der Hütte zu sehen, der künstliche Weiher ist schon abgelassen. FOTO: Uli Heintz