Ansturm riesig auf Leinblütenfest und Bauernmarkt in Fürth

Parkplätze alle belegt : Riesiger Ansturm auf das Leinblütenfest

Der Lein und seine handwerkliche Verarbeitung haben im Saarland eine lange Tradition. In Fürth wird das gefeiert.

Die Spinnerin Sonja Evangelon sitzt mitten im Strom der vielen Besucher des Leinblütenfestes in Fürth und ruht in sich, das Spinnrad dreht sich schnell. Immer wieder bleiben Besucher stehen, und lassen sich von der Fachfrau die Kunst des Spinnens und die Funktion des Spinnrades erklären.

Hunderte Menschen strömten am Sonntag wieder ins beschauliche Fürth im Ostertal zum inzwischen bereits 15. Leinblütenfest an Werns Mühle. Zahlreiche Aussteller aus der gesamten Region boten ihre Produkte und Spezialitäten feil. Vor allem alte Handwerkskunst, wie die der Spinnerin Evangelon oder der Seilerei Hennchen und der Korbflechter Stark zogen die Interessierten an. Aber es gab noch vieles, vieles mehr zu sehen und zu kaufen.

Lein und Leinöl, zum Beispiel, brachte man bis vor wenigen Jahren kaum mit dem Saarland in Verbindung. Doch der Lein und seine handwerkliche Verarbeitung haben hier eine lange Tradition. So erinnert seit 2005 das Leinblütenfest an „Wern’s Mühle“ in Fürth pünktlich zur Leinblüte an dieses Erbe.

Werns Mühle war bis 1959 die größte Ölmühle des Saarlandes. Dort wurde auch immer wieder Leinsamen aus der näheren Umgebung zu Öl verarbeitet. Aus den Pflanzenstängel selbst stelle man Kleidung „Linnen“ her.

Neben der Mühle gibt es inzwischen auch weitere Erzeuger. So konnten die Besucher Leinöl in Tonflaschen aus dem Saarland direkt von den Erzeugern Jörg Hector und Patric Bies von der Bliesgau-Ölmühle aus Bliesransbach erwerben.

Das Leinblütenfest wurde durch einen großen Bauernmarkt mit rund 40 Ständen rund um die Mühle begleitet, deren Teilnehmer insbesondere Köstlichkeiten aus der Region, zum Beispiel Obst, Gemüse, Käse und Wurstwaren, anboten. Die Oldtimerfreunde Ostertal 2012 kutschierten ihre alten Traktoren auf die Festwiese, und Bernd Gräss präsentierte einige seiner Lkw-Oldies. Beim Betrachten der alten Fahrzeuge erahnte der Technikfreund, warum Lastwagenfahrer in früheren Zeiten besonders starke Arme brauchten. Servo-Lenkung gab es nämlich noch nicht.

Aus Anlass des Leinblütenfestes legte die Ostertalbahn einen zusätzlichen Betriebstag mit drei fahrplanmäßigen Zugpaaren zwischen Schwarzerden und Ottweiler ein. Somit war auch eine Anreise ohne Auto möglich. Aber, so bedauerte Karola Steffen, die mit ihrem Mann Sebastian das Leinblütenfest besuchte, „viele können nach meiner Beobachtung das Bahnangebot nicht genutzt haben. Ganz Fürth war zugeparkt, von der Ortsmitte bis zur Kläranlage“.

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