Die SZ besuchte die Alpaka-Zucht von Corina und Martin Scherer in Mainzweiler

Alles Alpaka, oder was? : Diesen Augen kann niemand widerstehen

Prima geht es den Alpakas von Corina und Martin Scherer. Seit März vergangenen Jahres ist das Ehepaar mit seiner Zucht in Mainzweiler heimisch.Wir haben die Scherers besucht.

 So flauschig sie auch aussehen, Alpakas sind keine Streichel- und schon gar keine Schmusetiere. Diese Lektion muss der Besucher der  Webertal-Alpakas in Mainzweiler als erstes lernen. Aber auch ohne Direkt-Kontakt ist es eine Freude, die 15-köpfige Herde auf dem weitläufigen Gelände bei Mainzweiler zu beobachten. In allen Naturtönen  zwischen Weiß und Schwarz   sind die Felle  der Tiere gefärbt. Einmal im Jahr bitten die Scherers ihre Alpakas zur Schur und gewinnen so pro Tier zwischen zwei und drei Kilo Wolle. Als die SZ die Scherers vor einem Jahr erstmals besuchte, waren sie gerade dabei,  ihre Zucht systematisch aufzubauen, mit dem Ziel, „in zehn Jahren von den Alpakas leben zu können“.

Wie  ist das  erste Jahr gelaufen?   „Wir waren positiv überrascht“, sagt Corina Scherer. Ihre Angebote, die Alpakas kennenzulernen, seien sehr gut angenommen worden. Vier der männlichen Tiere sind so ausgebildet, dass sie als Begleiter zu  Wanderungen mitgenommen werden können. Wobei nicht nur, wie man angesichts des aktuellen Alpaki-Hypes (die Einhörner sind mittlerweile megaout) vermuten könnte, nicht nur Familien mit kleinen Töchtern gerne auf Alpaka-Tor gehen, sondern auch jungverliebte Paare.  So ein romantischer Ausflug mit einem der großäugigen Wander-Alpakas, das hat was,  und man versendet  anschließend auch noch wunderbare Fotos. Denn fotogen sind die 60 bis 80 Kilogramm schweren Vierbeiner ohne Frage.

Im Saarland gibt es nur ganz wenige Züchter; wie viele Alpakas hierzulande als exotische Haustiere gehalten werden ist unbekannt. Am 4. Juli ist mit der putzigen Ampero das erste Alpaka-Baby zur Welt gekommen, das in Mainzweiler gezeugt und geboren wurde. Zirka 350 Tage  lang dauert bei den Alpakas die Trächtigkeit, Ampero kam gut zwei Wochen vor der Zeit. Und ist munter und gesund.

Von zwei Stuten erwarten die Scherers, die beide ihre Berufe im Home-Office ausüben können, in diesem Jahr noch Nachwuchs. Außer den 15 Tieren, die sich jetzt auf einem Areal von rund drei Hektar an der Grenze zum Landkreis St. Wendel tummeln, besitzt das Ehepaar noch drei Tiere, die zurzeit aber bei einem Züchter außerhalb des Saarlandes sind.

Warum der Name Webertal-Alpakas?  Vor ihrem Umzug nach Mainzweiler, wo Martin Weber seine familiären Wurzeln hat, waren  die Scherers in Oberdorf am Neckar heimisch. Das Wohngebiet, in dem sie lebten und wo ihre  ersten Alpakas 2016 auf einem großen Grundstück einzogen, heißt Webertal. Daher der Name, den sie ins Saarland mitgenommen haben.

Corina und Martin Scherer sprühen vor Ideen in Sachen Alpaka. Von der Flauschparty, wo die Teilnehmer die Vliese (die abgeschorene Wolle) mit den Händen nach Heuhalmen durchkämmen können, über Produkte aus Alpaka-Wolle bis zur Alpaka-Patenschaft reicht das Spektrum.

Und auf regionalen Veranstaltungen stellen sich die Scherers, wenn möglich mit ein paar von ihren  Tieren, vor und informieren über Alpaka-Eigenheiten. Einer dieser Termine ist beispielsweise das Zoofest im Neunkircher Tiergarten am 1. September.

Nur ungern verlässt der Besucher die ruhig vor sich hingrasenden Alpakas,  auch wenn man sie nicht knuddeln soll. Warum eigentlich? Martin Scherer erklärt. Vor allem die männlichen Tiere  könnten dadurch respektlos bis aggressiv werden. Also bleibt man lieber auf Distanz.

Ein Blick in die seelenvollen Augen beispielsweise von Angel macht auch froh.

www.webertal-alpakas.de

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