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Marvin Mebus wechselt vom Handball-Oberligisten HF Illtal zum Saarlandligisten TV Homburg

Handball : „Für Homburg — nicht gegen Illtal“

Nach sechs Jahren im Illtal ist es Zeit für eine neue Herausforderung: Marvin Mebus (26) schließt sich im Sommer dem Handball-Saarlandligisten TV Homburg an. Ein Wiedersehen mit seinen Illtalern nächste Saison ist nicht unwahrscheinlich. Denn der TVH hat die besten Karten im Rennen um den Oberliga-Aufstieg.

Nachdem sich bei Edvinas Vorobjovas der befürchtete Kreuzbandriss-Verdacht bestätigt hat, benötigte Handball-Saarlandligist TV Homburg mehr denn je Verstärkung auf seiner rechten Seite. Und bereits am letzten Wochenende konnten die Saarpfälzer verkünden, die Baustelle im Kader geschlossen zu haben. Mit Marvin Mebus vom Oberligisten Handballfreunde Illtal läuft zur neuen Spielzeit ein erfahrener und vielseitig einsatzbarer Linkshänder für die Mannschaft von Trainer Mirko Schwarz auf auf.

„Homburg hat ein konkurrenzfähiges, junges Team, mit dem sie ein bisschen was entwickeln wollen. Das ist ein Konzept, mit dem ich mich anfreunden kann, das zu mir gepasst hat“, begründet Mebus seine Entscheidung, die „für Homburg und nicht gegen Illtal“ gefallen sei. Positiver Nebeneffekt: Der bald 27-Jährige geht seinem Hobby dann deutlich näher zu seinem Wohnort Bexbach nach. Neben dem Umstand, dass seine Einsatzzeiten bei den Zebras zuletzt etwas zurückgingen, habe auch das beim Wechsel eine Rolle gespielt, erklärt der Polizeibeamte.

Für den gebürtigen Wiebelskircher, der Abstand vom Handball bei einer Partie Darts, einer Runde Play Station oder einem gemütlichen Skat-Spiel mit seinen Mitspielern Christoph Holz, Niklas Kiefer und Pascal Meisberger gewinnt, ist der TV Homburg in rund 20 Handball-Jahren erst der vierte Verein. Der erste war in früher Jugend der TuS Wiebelskirchen. Aus dem Neunkircher Stadtteil ging es in der C-Jugend zur HSG Völklingen. Dort blieb er nach Spielzeiten in der Jugend-Regional- und Bundesliga auch in seinen ersten beiden Aktiven-Jahren, ehe er zum Liga-Konkurrenten ins Illtal wechselte. In seinen sechs Jahren bei den Handballfreunden war Mebus nie derjenige, der mit zehn oder mehr Toren auf sich aufmerksam machte. Er habe andere Qualitäten, die ihn für den TV Homburg bereits vor zwei Jahren bei dessen letztem Aufstieg in die Oberliga interessant gemacht hätten, sagt Homburgs Handball-Abteilungsleiter Jörg Ecker. Doch damals zerschlug sich ein Wechsel.

„Er ist ein hervorragend ausgebildeter Handballer. Ein sehr guter Abwehrspieler, der vor allem auch menschlich passt“, sagt Ecker über den 1,83 Meter großen und knapp 80 Kilogramm schweren kommenden Neuzugang, der seine fehlende Körpermasse in der Abwehr auf der Halb-Position durch schnelle Beinarbeit sowie starkes Stellungsspiel problemlos ausgleichen könne. „Er hat im Spielaufbau ein unwahrscheinliches Timing in der Vorbereitung für seine Mitspieler und könnte selbst noch öfter schießen. Außerdem kann er auf Rechtsaußen und der Mitte spielen“, sieht Ecker in seinem Wunschspieler eine auf viele Arten einsetzbare Stütze. Und Mebus? Der äußert sich vorsichtig, aber optimistisch, dass er die ihm zugedachte Rolle ausfüllen kann: „Ich glaube, in Homburg bin ich dann der älteste Spieler oder zumindest einer des ältesten Jahrgangs. Mit Sicherheit werde ich schon aus Altersgründen und der längeren Oberliga-Zugehörigkeit zu den erfahrenen Führungsspielern gehören“, sagt er und schließt: „Natürlich gerne auf dem rechten Rückraum. Aber ich nehme es auch gerne an, wenn ich auf Außen oder der Mitte spiele.“

Auch wenn aufgrund der Corona-Virus-bedingten Zwangspause in der laufenden Spielzeit noch nicht endgültig abzuschätzen ist, wie die sportliche Entwicklung weitergehen wird – wenn beim TV Homburg alles nach Plan verläuft und der Tabellenführer der Handball-Saarlandliga den Aufstieg in die vierte Liga realisieren kann, hat Mebus schon eine Vorstellung, wie die neue Saison im besten Fall verläuft. „Wir werden dafür kämpfen, dass wir eben nicht Aufsteiger-typisch die ganze Saison im Tabellenkeller feststecken.“ Auch wenn das heißt, dass Mebus seinen Illtaler Skatkumpels zumindest in den 60 Minuten auf dem Feld als Gegner gegenüberstehen muss.