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Landrat hält Ausgangsssperre im Landkreis Neunkirchen für gerechtfertigt

Corona im Kreis Neunkirchen : Meng hält Ausgangsbeschränkung für gerechtfertigt

Jetzt ist es so weit: Am Freitag hat Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans Ausgangsbeschränkungen dem Ministerrat zur Verabschiedung vorgelegt. Damit wird das Leben der Saarländer weiter eingeschränkt.

Restaurants und Gaststätten schließen beispielsweise ganz. Die Saarländer bekommen eine so genannte „Ausgangssperre“. Durch die erweiterte Ausgangsbeschränkung soll der Kontakt auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. So soll die weitere Ausbreitung des Corona-Virus eingedämmt werden.

Im Kreis Neunkirchen gab es Stand Freitag 13 Uhr bereits 33 Infizierte. Das sind drei mehr als am Vortag.

„Die aktuelle Lage hat uns alle im Griff“, sagte Neunkirchens Landrat Sören Meng am Freitagnachmittag auf SZ-Anfrage. „Viele sind verunsichert. Das öffentliche Leben wurde eingeschränkt.“ Eine Ausgangsbeschränkung hält Meng für gerechtfertigt, „denn viele Menschen gehen immer noch unbefangen mit der Situation um und sind weiterhin kontaktfreudig, ohne die empfohlenen Maßnahmen einzuhalten“. Alle Maßnahmen seien notwendig, denn nur so verhindere man eine schnellere Ausbreitung.  Und Meng belegt: „In der vergangenen Woche hatten wir unseren ersten Fall, mittlerweile ist die Zahl der infizierten Personen auf über 30 gestiegen, diese 30 hatten natürlich auch wieder Kontakte.“ Es gehe hier nicht um Panikmache, sondern um gesunden Menschenverstand. Bundespräsident Steinmeier habe es auf den Punkt gebracht mit seiner Aussage: „Halten wir heute voneinander Abstand – damit wir uns morgen wieder umarmen können.“ Eines ist jedoch für den Landrat klar: „Im Falle einer Ausgangssperre muss klar geregelt werden, was erlaubt ist und was nicht. Hier gibt es schon jetzt viele Legenden.“ Ein Spaziergang im Kreise der engsten Kontaktpersonen, so Meng, sollte jederzeit möglich sein. „Ausgangssperre ist kein Gefängnis, sondern eine sinnvolle Maßnahme.“

Seit am Mittwoch die Allgemeinverfügung in Kraft getreten ist, sind die Mitarbeiter der Ordnungsämter des Kreises täglich unterwegs, beobachten, ob die Geschäfte geschlossen sind, das Versammlungsverbot beachtet wird, die Spielplätze leer bleiben. Da scheint sich die Lage von Tag zu Tag verbessert zu haben. Mussten noch am Tag des Inkrafttretens der Verfügung massiv eingeschritten werden, hat sich die Notwendigkeit auf ein Minimum reduziert. Wurden am Mittwoch noch 25 Verstöße festgestellt, waren es am Donnerstag „nur“ noch 21. Das hat Stadtpressesprecher Deniz Alavanda mitgeteilt. Der Außendienst der Ortspolizeibehörde kontrolliert im gesamten Stadtgebiet und konnte am Freitag bis 12 Uhr melden: Alles in Ordnung, keine Verstöße. Das galt auch für mögliche Ansammlungen in der Innenstadt, am Furpacher Weiher, in Wiebelskirchen, am Hüttenberg, an der Bachschule.

Noch am Donnerstag hatte das anders ausgesehen. Da musste, wie Alavanda mitteilt, in mehreren Fällen „die Verfügung durchgesetzt werden“. Sprich: eine Gruppe in der Mozartstraße musste von der Auflösung überzeugt werden, eine Gruppe spielender Kinder ebenso, Gaststätten und Ladenlokale über die vorgeschriebene Schließung informiert und Außenbestuhlungen an mehreren Standorten entfernt werden. Der gravierendste Fall, der auch die Einleitung eines Strafverfahrens zur Folge hat, ereignete sich am Donnerstag. Da  mussten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Vollzugshilfe durch die Polizei anfordern. Ein Ladenbesitzer hatte die Schließung seines Geschäftes vehement verweigert.

Sören Meng. Foto: Jasmin Alt

Zwischen acht und zehn Mitarbeiter der Ortspolizeibehörde sind täglich bis 22.30 Uhr in vier mobilen Teams im Einsatz. Weitere Mitarbeiter warten auf Abruf, um krankheitsbedingte Ausfälle ausgleichen zu können. Um die Ansteckungsgefahr zu mindern, haben die Teams untereinander keinen Kontakt.