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Der Luisenthaler Marvin Hoffmann ist ein großes Darts-Talent

Serie Menschen im Regionalverband : Marvin ist ein Könner mit den kleinen Pfeilen

17-Jähriger aus Luisenthal gehört im Saarland zu den größten Darts-Talenten. Jetzt trainiert er zu Hause. Und wegen Corona tut er das allein.

Das Coronavirus hat den Sport im Saarland auf Eis gelegt. Viele halten sich jetzt allein fit. Und Darts-Spieler trainieren ohnehin meist daheim. Marvin Hoffmann aus Luisenthal ist dennoch genervt. „Mir fehlt der Ligabetrieb, und ich spiele gerne Turniere. Das fällt die nächsten Monate alles flach, und das ist sehr bitter“, sagt der Luisthaler. Gerade einmal einen Spieltag gab es in der aktuellen Darts-Saison vor dem Corona-bedingten Abbruch.

Marvin spielt in dieser Saison sowohl in der Elektronik-Darts- als auch in Steel-Darts-Variante zum ersten Mal in der höchsten saarländischen Liga. Er ist erst 17 Jahre alt und zählt bei den Erwachsenen bereits zu den Besten. Jugend-Saarlandmeister wurde er Anfang März fast konkurrenzlos. „Ich trainiere zurzeit ein bis zwei Stunden am Tag. Normalerweise würde ich noch einmal pro Woche noch mit meinem Freund Christian Schiffer trainieren, aber dieses Risiko möchte ich momentan nicht eingehen. Ich habe Asthma und zähle zur Corona-Risikogruppe“, erzählt Marvin.

Nach der Unterrichtszwangspause besucht er wieder die Günter-Wöhe-Schulen in Saarbrücken. Im kommenden Jahr möchte er sein Abitur machen und danach eine Lehre als Steuerfachangestellter beginnen. „Die Schule geht vor, da passt meine Mama schon auf“, sagt Marvin, bevor seine Mutter grinst – und nickt. Marvins Vater Marcus spielte früher selbst in der Darts-Bundesliga. Er und das ganze saarländische Darts-Szene wissen um Marvins Talent. Marvin selbst weiß das auch. „Ja, ich habe Talent, aber das ist ohne den richtigen Willen und die richtige Einstellung zum Training nichts wert. Es gehört alles dazu, wenn man ein guter Darts-Spieler werden möchte.“ Und auch wenn Schule und Ausbildung vorgehen: Hobby Nummer eins bleibt Darts.

Bei Turnieren im Saarland belegt Marvin oft einen der vorderen Plätze. „Ich möchte Bundesligaspieler werden, das ist mein nächstes Ziel. Nach Schule und Ausbildung werde ich an Qualifikationsturnieren für Profiturniere teilnehmen, aber bis dahin vergehen noch ein paar Jahre. Den Traum vom Darts-Profi habe ich“, sagt Marvin. Sein Vorbild ist der beste saarländische Darts-Spieler und Deutschlands Nummer zwei, Gabriel Clemens aus Saarwellingen. „Was Gabriel macht, ist schon super und ein Traum von mir.“ Clemens hatte sich vor eineinhalb Jahren bei einem Qualifikationsturnier für die Profiliga in England durchgesetzt.

Bis Marvin soweit ist, muss er noch fleißig trainieren. Auch wenn die Corona-Krise nervt. „Ich baue meine Darts-Anlage zu Hause um und integriere eine Internetkamera. Das haben schon viele Darts-Spieler gemacht. Dann kann man online gegen Darts-Spieler auf der ganzen Welt spielen. Sogar Profispieler spielen Webcam-Darts“, sagt Marvin. Und er wünscht sich nichts mehr, als wieder in der Liga und bei Turnieren zu spielen.