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Da ist jetzt viel Geduld gefragt

Da ist jetzt viel Geduld gefragt

Wegen der Sperrung der Brücke im Rosenthal ist nicht nur verkehrsmäßig in Illingen für ein ganzes Jahr vieles anders. So ist der Freitags-Wochenmarkt jetzt an der Illipse. Die SZ hat sich im Vorfeld des Groß-Ereignisses Wurstmarkt (offene Geschäfte von 13 bis 18 Uhr) an diesem Sonntag im Ort umgeschaut.

. Selbstversuch am Freitagmorgen in Illingen . Augen auf! Jede Menge Schilder weisen auf Baustellen und Umleitungen hin. Vom Kreisel im Rosenthal geht es über die Hauptstraße bis zum Haus Möbel Dörrenbächer normal weiter. Von da ab ist die Hauptstraße aber zu. Der Durchgangsverkehr wird dann über die Eisenbahnstraße (als Einbahnstraße in Nord-Süd-Richtung) und Poststraße umgeleitet, stößt dann wieder auf die Hauptstraße. Wer aus Richtung Hüttigweiler kommt, wird über die Krankenhausstraße und Hauptstraße umgeleitet. Die bisherige Einbahnregelung der Hauptstraße ist deswegen umgedreht worden. Alles klar?

Seit Anfang Oktober geht das nun so in Illingen und die Meinungen sind durchaus geteilt, ob dieses Konstrukt gelungen ist, wie die SZ gestern hörte.

So ist Peter Schmidt vom gleichnamigen Café am Anfang der Eisenbahnstraße wenig begeistert. "Die Leute kommen gar nicht mehr über die Fahrbahn wegen der Autoschlange", ärgert er sich. In der Tat sind die Fahrzeuge zeitweise Stoßstange an Stoßstange unterwegs. Im benachbarten Möbelhaus Dörrenbächer, ausgestattet mit einem eigenen, weiter gut erreichbaren Parkplatz, sieht man das Ganze entspannter. Michael und Werner Dörrenbächer konnten bislang auch keine verminderte Kunden-Frequenz feststellen. Jutta Johannes von der Kerpenbuchhandlung in der Hauptstraße klagt über den deutlich lauter gewordenen Lärmpegel in der Straße und die großen Fußplatten der auf dem Gehweg platzierten Verkehrsschilder. "Da muss man auf die Straße ausweichen", sagt auch eine junge Mutter, die mit zwei kleinen Kindern in Illingen unterwegs ist. Oliver und Katja Bremerich (Jeans-Laden) haben zwar auch noch keinen Kunden-Schwund festgestellt, fänden aber einen Überweg für die Fußgänger in der Hauptstraße sehr hilfreich.

Oben in der Krankenhausstraße ist der Verkehr auch wesentlich dichter als üblich. Markus Beyer, der zurzeit seinen viel besuchten Reitsport-Zeltverkauf nebst Schnäppchen-Markt veranstaltet, ärgert sich über "Unflexibilität bei den Verkehrs-Verantwortlichen". Sein Vorschlag, den vom Verkehr abgehängten Straßenteil vor der Rosenthal-Brücke zumindest temporär zum Parken freizugeben, sei nicht gehört worden.

Zurück zum Selbstversuch: Zwecks dienstlichem Gespräch mit Reitsport Beyer kurz im Halteverbot geparkt. Kein Protokoll vom Ordnungsamt, aber ein eifriger Herr, der Nummernschilder fotografiert.

Zum Thema:

Auf einen Blick Wurstmarkt-Besuchern ist wegen der Verkehrssituation zu empfehlen, nicht ins Zentrum des Geschehens hineinzufahren, sondern die Parkmöglichkeiten an der Peripherie zu nutzen. Alle anderen sollten Illingen großräumig umfahren. Auf dem zentralen Platz an der Burg wird das Parken im Auftrag der AG Wurstmarkt vom THW geregelt, das dafür einen Obolus von 50 Cent erbittet. Die übrigen Flächen sind kostenfrei. Übrigens, entgegen der Wünsche und Pläne der AG Wurstmarkt, darf die Hauptstraße doch langsam durchfahren werden. Dort wird es also keine Stände geben. sl