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Schmaustage
La dolce Vita auf dem Marktplatz

Den Fassanstich bei den Eppelborner Schmaustagen übernahm in Anwesenheit von Eppelborns Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset (rechts) der Mitbegründer der Schmaustage, Günter Schmitt.
Den Fassanstich bei den Eppelborner Schmaustagen übernahm in Anwesenheit von Eppelborns Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset (rechts) der Mitbegründer der Schmaustage, Günter Schmitt. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Eppelborn. Die 40. Eppelborner Schmaustage erlebten am Wochenende bei Kaiserwetter einen riesigen Besucheransturm. Von Carolin Merkel

Vor so großer Kulisse erlebten die Offiziellen einen Fassanstich bei den jährlich anstehenden Festen wohl eher selten. Denn, als am Samstagabend nach den Grußworten der beiden Schirmherren das erste Fass der 40. Eppelborner Schmaustage durch Ideengeber Günter Schmitt angeschlagen wird, da ist auf dem Eppelborner Marktplatz kein freies Plätzchen mehr zu finden, selbst die Stehplätze an den Ständen sind heiß begehrt. Bei bestem Sommerwetter und einem lauen Lüftchen lässt es sich bei Wein und Bier, aber auch einem Eiscafé oder Cocktail bestens aushalten auf dem Marktplatz mitten im Ort.


Gleich zweifach hatten die Eppelborner am Wochenende Grund zu feiern. Neben dem runden Geburtstag der Schmaustage stand auch die inzwischen zwölfte Notte Italiana auf dem Programm. Seit drei Jahren ist diese in die Schmaustage integriert, gebündelte Manpower, vor allem aber auch der Reiz der italienischen Lebensfreude mit Pizza, Wein und einer riesigen Portion stimmungsvoller italienischer Musik, sie haben den Schmaustagen sichtlich gut getan.

Auf einen Ausflug in die Historie des Traditionsfestes, bei dem in den Anfangsjahren 40 Stände für einen riesigen Schmaus sorgten, unternahm Günter Schmitt bewusst nicht. Schließlich galt es, das von der Wärme gebeutelte Fass nicht noch länger warten zu lassen.



Der Fassanstich, der traditionell in den Händen der beiden Schirmherren liegt, hatten diese gerne auf Schmitt übertragen. Von Anfang an, erklärte Andreas Feld, sei Schmitt federführend für die Schmaustage verantwortlich, sei vom „Bub der Schmaustage“ längst zum „Vater der Schmaustage“ avanciert. Feld betonte, dass sich die Zusammenführung der beiden Veranstaltungen als gutes Konzept erwiesen habe. Neben ihm hatte Eppelborns Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset Sorge dafür zu tragen, dass das Wetter hielt.

„Ich bin froh, dass die Schmaustage auch nach 40 Jahren immer noch da sind, hoffe auf die nächsten zehn Jahre, dass wir zusammen ein großes Jubiläum feiern können“, sagte sie. Ein besonderer Dank ging an den Fanfarenzug der Feuerwehr, den Fußballverein sowie den Schützenverein, sie alle sind bereits seit 40 Jahren mit dabei. Müller-Closset nutzte den großen Rahmen, um nach rund sechs Wochen allen Helfern des Hochwassers noch einmal zu danken. „Es ist heute kaum vorstellbar, dass dieser Platz, auf dem wir heute gemeinsam feiern, komplett unter Wasser gestanden hat. Ich danke allen, die ganz spontan und unbürokratisch als Putztrupps den Gewerbetreibenden und Anwohnern geholfen haben“, erklärte sie.

Seine italienischen Kenntnisse noch weiter aufgebaut hatte Ortsvorsteher Berthold Schmitt, der in diesem Jahr die Gäste mit einem „Benevenuti a Eppelborn e buon Divertimento“ begrüßte. Als einer der Befürworter beide Feste zusammenzubringen, freute er sich besonders über den riesigen Andrang am Samstagabend. Mit diesem Konzept sei man gegenüber den großen Veranstaltungen konkurrenzfähig. Für einen echten Italiener wirklich kurz hielt sich Giacomo Santalucia vom deutsch-italienischen Bildungs- und Kulturinstitut, er wusste: „Die Leute haben Durst.“ Nach dem gelungenen Fassanstich und vier Böllerschüssen war es dann an Giovanni Burgio und seiner Band Da Vinci, echtes italienisches Lebensgefühl auf den Marktplatz zu zaubern.